Demokraten wählen!

Von Thomas Schnabel

Dieser Aufruf von HAP Grieshaber zur Bundestagswahl 1980 gilt in seiner doppelten Bedeutung, dass nämlich Demokraten wählen gehen und dabei dann auch noch Demokraten wählen sollten, für jede Wahl in einer Demokratie, also auch für die Bundestagswahl am 27. September 2009.

Gerade im Haus der Geschichte Baden-Württemberg, das sich mit der demokratischen Entwicklung in Südwestdeutschland seit dem Ende des 18. Jahrhunderts beschäftigt, kann man sehen, wie schwer es war, zu unserer heutigen Demokratie zu kommen. Zentraler Bestandteil jeder Demokratie ist das Wahlrecht, das sich unsere Vorfahren in jahrhundertelangen Auseinandersetzungen erkämpft haben.

Dr. Thomas Schnabel, Leiter des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg | Foto: Haus der Geschichte / Franziska Kraufmann

Wie wichtig ein freies Wahlrecht ist, zeigt die Geschichte der sogenannten Wahlen in der DDR, wo es bis 1989 keine Möglichkeit gab, frei zwischen demokratischen Parteien zu wählen. Das freieste Wahlrecht nützt aber nichts, wenn Parteien gewählt werden, die gerade dieses Wahlrecht wieder abschaffen wollen, wie am Ende der Weimarer Republik. Hier haben in freien Wahlen auch in Baden und Württemberg 1932 die Nationalsozialisten und Kommunisten zusammen weit mehr Stimmen erhalten als die demokratischen Parteien.

Mit diesem Wissen sollte jede Wahlberechtigte und jeder Wahlberechtigte zur Wahl gehen und Demokraten wählen - auch am 27. September 2009.