Die Referenten und ihre Vorträge - Foto: Privat
Professor Dr. Michael Kißener (Universität Mainz)
Das Ende der Vorbilder? Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der Diskussion
Vita - 1960 geb. in Bonn
- Studium der Geschichte, Germanistik
und Pädagogik an der Universität Bonn - 1991 Promotion an der Universität Bonn
- 1991 Projektleiter RAABE-Fachverlag für Wissenschaftsinformation
- 1992-2002 Geschäftsführer der "Forschungsstelle Widerstand" an der Universität Karlsruhe
- 2000 Habilitation an der Universität Karlsruhe
- seit 2002 Professor für Zeitgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Forschungsschwerpunkte: - Europäische Rechtsgeschichte 16.-20. Jahrhundert
- Nationalsozialismus und Widerstand
- Regionale Zeitgeschichte
Veröffentlichungen (Auswahl): - Die Katholiken und das Dritte Reich. Kontroversen und Debatten, Paderborn 2009 (Mitherausgeber und Autor).
- Der Weg in den Nationalsozialismus 1933/34, Darmstadt 2009 (Herausgeber).
- Das letzte Wort haben die Zeugen: Alfred Delp, Mainz 2007, (Mainzer Perspektiven - Orientierungen 6), (zusammen mit Karl Kardinal Lehmann).
- Widerstand gegen den Nationalsozialismus: Begriffe und Forschungsentwicklung, in: Museums-Fragen. Widerstand als Menschenrecht? Rezeption des Widerstands gegen den Nationalsozialismus in Wissenschaft und Öffentlichkeit, hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2006.
- Das Dritte Reich, Darmstadt 2005, (Reihe "Kontroversen um die Geschichte").
- Zwischen Diktatur und Demokratie. Badische Richter 1919-1952, Konstanz 2003.
- Die Führer der Provinz. NS-Biographien aus Baden und Württemberg, Konstanz 1997 (Mitherausgeber).
- Widerstand in Europa: zeitgeschichtliche Erinnerungen und Studien, Konstanz 1995 (Mitherausgeber).
Weitere Informationen unter: www.uni-mainz.de/FB/Geschichte/hist7akt/79.php
Zum Vortrag: Die öffentliche Diskussion um den Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist fast so alt wie das Geschehen selbst. Schon unmittelbar nach den verschiedenen Anläufen, das NS-Regime zu bekämpfen, insbesondere nach dem 20. Juli 1944, setzten Debatten um Sinnhaftigkeit, Berechtigung und Hintergründe des Geschehens ein, die nach 1945 auch im wissenschaftlichen Bereich fortgeführt wurden. In jüngster Zeit haben die kritischen Nachfragen an Schärfe und Grundsätzlichkeit weiter zugenommen. Vor diesem Hintergrund zeichnet der Vortrag einige zentrale Diskussionen nach und versucht die trotz alledem fortwährende Bedeutung des Widerstands zu erfassen.
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Manfred Maier (Georg-Elser-Arbeitskreis)
Georg Elser - allein gegen Hitler und den Krieg
Vita - 1937 geb.
- Tätigkeiten als Werkzeugmacher, Maschinenbautechniker, Berufsberater
- 1988 Mitbegründer des Georg-Elser-Arbeitskreises Heidenheim
- 1996 Gestaltung und Aufführung der Szenischen Collage "Allein gegen Hitler - gegen den Krieg"
- 1997 Teilnehmer des Workshops zur Vorbereitung der Ausstellung "Ich habe den Krieg verhindern wollen" der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin
- seit 1998 Aktivitäten für die Herausgabe einer Sonderbriefmarke zu Georg Elser (2003 erschienen)
- seit 2001 Festes Jurymitglied für die zweijährliche Verleihung des Georg-Elser-Preises für Zivilcourage
- seit 2008 Initiative für ein Georg-Elser-Denkmal in dessen Heimatgemeinde Königsbronn (die Einweihung ist für den 09.04.2010 vorgesehen)
Forschungsschwerpunkt: Veröffentlichungen (Auswahl): - Georg Elser: gegen Hitler - gegen den Krieg: der Einzelgänger, der frei und ohne Ideologie, auf sich selbst gestellt, bereit war zum Eingriff in die Geschichte, hrsg. vom Georg-Elser-Arbeitskreis, Heidenheim 1989 (überarbeitete und erweiterte Neuausgabe 2003)
Weitere Informationen unter: www.georg-elser-arbeitskreis.de
Zum Vortrag: Ausschnitte aus der Hitler-Rede vom 8. November 1939 (Tondokument). Hitlers Machtergreifung - Finanzquellen der NSDAP - Bücherverbrennung - Aufrüstung - Reichspogromnacht - die Rolle der Kirchen - Heidenheim zwischen Hakenkreuz und Heidekopf. Anmerkungen zu Georg Elser: Abriss seiner Lebensgeschichte - von der Vermutung zur Erkenntnis: Hitler bedeutet Krieg - 1938 Entschluss Hitler zu töten - Elsers Motivation - Allein gegen Hitler - gegen den Krieg - seine Vorgehensweise - Tathergang vom 8.11.1939 - Verhaftung in Konstanz, 21.07h/21.20h der verdammte Zufall, 13 Minuten zu spät - Elsers Martyrium - KZ-Einzelhaft 1940/45 - am 5.04.45 erfolgt Hitlers Todesbefehl - Ermordung Elsers in Dachau am 9.04.45. Elsers Attentat 1939 / Stauffenbergs Attentat 1944 (ein Vergleich). Was wäre - oder was wäre nicht geschehen, wenn Elsers Attentat erfolgreich verlaufen wäre.
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Professor Dr. Rainer A. Blasius (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Ein schwieriger Held - Georg Elser und sein Attentat in Nachkriegsdeutungen
Vita - 1952 geb. in Langenfeld/Rheinland
- Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Köln
- 1980 Promotion an der Universität Köln
- 1980-2000 als Historiker in der Bundesverwaltung tätig, u.a. ab 1990 Leiter der Bonner Außenstelle des Instituts für Zeitgeschichte und Wissenschaftlicher Leiter der Edition der "Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland"
- seit 1991 Lehrauftrag an der Universität Bonn, seit 2003 Honorarprofessor
- seit 2000 Mitglied der Politikredaktion der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und dort verantwortlich für "Politische Bücher"
Forschungsschwerpunkte: - Nationalsozialismus und Widerstand
- Deutsche Außenpolitik im 20. Jahrhundert
Veröffentlichungen (Auswahl): - Das alte Amt und die neue Zeit. Die Freiherren von Neurath und von Weizsäcker in der Außenpolitik des "Dritten Reichs", in: Adel und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten, hrsg. vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg, (Reihe Stuttgarter Symposien, Bd. 11), Karlsruhe 2007.
- Der Wilhelmstraßen-Prozeß gegen das Auswärtige Amt und andere Ministerien, in: Der Nationalsozialismus vor Gericht: die alliierten Prozesse gegen Kriegsverbrecher und Soldaten 1943-1952, hrsg. von Gerd R. Ueberschär, Frankfurt a.M. 1999.
- Hasso von Etzdorf: ein deutscher Diplomat im 20. Jahrhundert, Zürich 1994 (Herausgeber).
- Von Adenauer zu Erhard: Studien zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1963, (Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Bd. 68), München 1994 (Herausgeber).
- Für Großdeutschland - gegen den großen Krieg: Staatssekretär Ernst Frhr. von Weizsäcker in den Krisen um die Tschechoslowakei und Polen 1938/39, Köln 1981.
Weitere Informationen unter: http://www.faz.net
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Dr. Andreas Morgenstern (Haus der Geschichte Baden-Württemberg)
Eine "Mischung von Furcht und Gruseln" - Die Gestapo als nationalsozialistisches Terrorinstrument
Vita - 1977 geb. in Leisnig
- Studium der Politikwissenschaft, Mittelalterlichen Geschichte und Neueren und Neuesten Geschichte an der Technischen Universität Chemnitz
- 2005 Promotion an der Technischen Universität Chemnitz
- 2005-2007 Wissenschaftlicher Volontär im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
- seit 2008 Direktionsassistent im Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Stuttgart
Forschungsschwerpunkte: - Manfred Stolpe, in: Kanzler und Minister 1998-2005: Biografisches Lexikon der deutschen Bundesregierungen, hrsg. von Udo Kempf und Hans-Georg Metz, Wiesbaden 2008.
- Extremismus und Radikalismus, in: Politischer Extremismus und Parteien, hrsg. von Eckhard Jesse und Hans-Peter Niedermeier, (Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung, Bd. 92), Berlin 2007.
- Extremistische und radikale Parteien seit der deutschen Einheit: DVU, REP, DKP und PDS im Vergleich, Berlin 2006.
- Die FDP in der parlamentarischen Opposition 1966-69: Wandel zu einer "Reformpartei", Marburg 2004.
Veröffentlichungen (Auswahl): - Das alte Amt und die neue Zeit. Die Freiherren von Neurath und von Weizsäcker in der Außenpolitik des "Dritten Reichs", in: Adel und Nationalsozialismus im deutschen Südwesten, hrsg. vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg, (Reihe Stuttgarter Symposien, Bd. 11), Karlsruhe 2007.
- Der Wilhelmstraßen-Prozeß gegen das Auswärtige Amt und andere Ministerien, in: Der Nationalsozialismus vor Gericht: die alliierten Prozesse gegen Kriegsverbrecher und Soldaten 1943-1952, hrsg. von Gerd R. Ueberschär, Frankfurt a.M. 1999.
- Hasso von Etzdorf: ein deutscher Diplomat im 20. Jahrhundert, Zürich 1994 (Herausgeber).
- Von Adenauer zu Erhard: Studien zur auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1963, (Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Bd. 68), München 1994 (Herausgeber).
- Für Großdeutschland - gegen den großen Krieg: Staatssekretär Ernst Frhr. von Weizsäcker in den Krisen um die Tschechoslowakei und Polen 1938/39, Köln 1981.
Zum Vortrag: Die Geheime Staatspolizei bildete ein wichtiges Terrorinstrument der NS-Machthaber. Sie löste sich frühzeitig aus den bisherigen Polizeistrukturen heraus, beschäftigte aber neben überzeugten Nationalsozialisten auch altgediente Beamte. Als "innere Wehrmacht" bekämpfte die Gestapo gnadenlos die Feinde der rassisch begründeten "Volksgemeinschaft". Opfer waren u.a. linke und kirchliche Oppositionelle, "Arbeitsscheue", Homosexuelle und vor allem Juden. Die Radikalisierung mündete ab 1939 in den Morden der Einsatzgruppen in den besetzten Gebieten. Bei ihren Verfolgungsaktionen war die Gestapo auf Unterstützung angewiesen, die viele Behörden und Privatpersonen auch leisteten. Der selbstgepflegte Mythos eines allwissenden und allmächtigen Geheimdienstes muss relativiert werden.
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Professor Dr. Georg Kreis (Universität Basel)
Wo das Reich endet - Fluchten, Fluchthilfe und Leben in der Schweiz
Vita - 1943 geb. in Basel
- Studium der Geschichtswissenschaft, Germanistik und Geographie an den Universitäten Basel, Paris und Cambridge
- 1972 Promotion an der Universität Basel
- 1981 Habilitation
- seit 1986 Professor für Neuere Allgemeine Geschichte an der Universität Basel
- 1991-1993 Leiter der Kommission Head of the official Commission examining the past of the Federal police activities 1948-1990
- 1996-2001 Mitglied der Unabhängigen Expertenkommission "Schweiz - Zweiter Weltkrieg"
- 2000-2005 Mitglied des Leitungsgremiums des European Science Foundation-Programms zur Geschichte der Okkupation in Europa 1939-1945
Forschungsschwerpunkte: - Europäische Öffentlichkeit
- Schweiz während des Zweiten Weltkriegs
Veröffentlichungen (Auswahl): - Deutsche und Deutschland aus Schweizer Perspektiven , Basel 2007 (Mitherausgeber).
- Kleine Neutralitätsgeschichte der Gegenwart. Ein Inventar zum neutralitätspolitischen Diskurs in der Schweiz seit 1943, Bern 2004.
- Europa und seine Grenzen. Mit sechs weiteren Essays zu Europa, Basel 2004.
- Zurück in den Zweiten Weltkrieg. Zur schweizerischen Zeitgeschichte der 80er Jahre, in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 52 (2002), Heft 1.
- Fluchtgut - Raubgut. Der Transfer von Kulturgütern in und über die Schweiz 1933-1945 und die Frage der Restitution, Zürich 2001 (zusammen mit Esther Franscini u.a.).
- Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg. Ihre Antwort auf die Herausforderungen der Zeit, Zürich 1999.
Weitere Informationen unter: http://histsem.unibas.ch/seminar/personen/person-details/profil/person/kreis/
Zum Vortrag: Dieser Beitrag will darlegen, inwiefern die Schweiz einen Fluchtpunkt bildete, wohin sich deutsche Opposition allenfalls in Sicherheit bringen konnte. Zu unterscheiden ist zwischen den Aufnahme- und Aufenthaltsbestimmungen des Staates und der Hilfsbereitschaft der Sympathiegruppen. Zu fragen ist, inwiefern der Asylraum Schweiz einzig rettende Unterkunft oder auch Plattform für die Unterstützung des Widerstands gegen das NS-Regime war. Wichtig wäre zu erfahren, wie der deutsche Widerstand die Schweiz eingeschätzt und in seine Aktionen einkalkuliert hat und ob diese Überlegungen mit der Realpolitik der Schweiz übereinstimmten. Als Verlängerung der Flüchtlingspolitik des 19. Jahrhunderts, die in hohem Maß von der liberalen Solidarität lebte, wurden politische Emigranten auch im 20. Jahrhundert im Prinzip geschützt. Deren sozialistische und kommunistische Überzeugungen waren der mehrheitlich bürgerlichen Schweiz jedoch ein Dorn im Auge.
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Dr. Pia Nordblom (Universität Mainz)
Widerstand über die Grenzen hinaus - Baden und das Elsass
Vita - 1961 geb. in Rülzheim
- Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Mainz
- 1995 Promotion an der Universität Heidelberg
- 1996-2002 Wissenschaftliche Angestellte bzw. Lehrbeauftragte an der Universität Heidelberg
- seit 2003 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Forschungsschwerpunkte: - Geschichte der Pfalz und des Landes Rheinland-Pfalz
- Joseph Rossé und der Verlag "Alsatia" (Colmar) in der Zeit des Zweiten Weltkrieges
- Wirtschaftsgeschichte
Veröffentlichungen (Auswahl): - "Nos fenêtres sont largement ouvertes sur le monde". Eine Mikrostudie zum Elsaß über Widerstand gegen den Nationalsozialismus und über deutsch-französische Beziehungen, in: Die Überlebenden des deutschen Widerstandes und ihre Bedeutung für Nachkriegsdeutschland, hrsg. von Joachim Scholtyseck und Stephen Schröder, (Schriftenreihe der Forschungsgemeinschaft 20. Juli, Bd. 6), Münster 2005.
- Für Glaube und Volkstum. Die katholische Wochenzeitung "Der Deutsche in Polen" (1934-1939) in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen, Bd. 87), Paderborn 2000.
- "L'Alsace. Journal libre" / "Das Elsass. Freie Zeitung" (1940-1949) - Attentismus als Widerstand?, in: Personen - Soziale Bewegungen - Parteien. Beiträge zur Neuesten Geschichte. Festschrift für Hartmut Soell, hrsg. von Oliver v. Mengersen u.a., Heidelberg 2004.
Weitere Informationen unter: http://www.uni-mainz.de/FB/Geschichte/hist7akt/102.php
Zum Vortrag: Bis zum Kriegsbeginn 1939 bot das Elsass manchen Gegnern des Nationalsozialismus Handlungsspielräume, die im Reich selbst nicht mehr existierten. Als nach dem "Sitzkrieg" das nationalsozialistische Deutschland im Sommer 1940 das Elsass de facto annektierte und es mit Baden zum Gau Baden-Elsaß vereinigte, veränderten und verengten sich diese Spielräume. Der Vortrag untersucht am Beispiel des Kreises um Joseph Rossé, den Direktor des Verlagshauses Alsatia in Colmar, die schwierige Position der christlichen Gegner des Nationalsozialismus im Elsass und ihre vielfältigen Kontakte über die Grenze nach Baden und ins Reich. Ein Schwerpunkt bilden dabei die publizistischen Aktivitäten des Verlages über die Grenze hinweg, ein zweiter die Vorbereitungen für den "Tag X" im Zusammenhang mit den Umsturzplanungen des 20. Juli 1944. Die Ausführungen werden mit Überlegungen zum Widerstandsbegriff diesseits und jenseits der Grenze verknüpft.
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Professor Dr. Nils Goldschmidt (Universität der Bundeswehr München)
Der Freiburger Kreis und seine Schrift "Politische Gemeinschaftsordnung". Vom Widerstand zur Sozialen Marktwirtschaft
Vita - 1970 geb. in Höxter
- Studium der Katholischen Theologie sowie der Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg
- 1995-1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Freiburg, Institut für Praktische Theologie
- 1998-2002 Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Freiburg, Institut für Allgemeine Wirtschaftsforschung
- 2001 Promotion an der Universität Freiburg
- seit 2002 Forschungsreferent am Walter-Eucken-Institut, Freiburg
- 2008 Habilitation an der Universität Freiburg
- seit 2008 Vertretungsprofessor für Sozialpolitik und Organisation Sozialer Dienstleistungen an der Universität der Bundeswehr München
Forschungsschwerpunkte: - Theorie der Sozialpolitik
- Sozialer Wandel
- Wirtschafts- und Unternehmensethik
Veröffentlichungen (Auswahl): - Die Geburt der Sozialen Marktwirtschaft aus dem Geiste der Religion - Walter Eucken und das soziale Anliegen des Neoliberalismus, in: 60 Jahre Soziale Marktwirtschaft. Illusionen und Reinterpretationen einer ordnungspolitischen Integrationsformel, hrsg. u.a. von Michael S. Aßländer, (St. Galler Beiträge zur Wirtschaftsethik, Bd. 44), Bern u.a. 2009.
- Verfolgung und Widerstand: Die Freiburger Kreise, in: 550 Jahre Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Bd. 3: Von der badischen Landesuniversität zur Hochschule des 21. Jahrhunderts, hrsg. von Bernd Martin, Freiburg u.a. 2007.
- Wirtschaft, Politik und Freiheit. Freiburger Wirtschaftswissenschaftler und der Widerstand, Tübingen 2005, (Untersuchungen zur Ordnungstheorie und Ordnungspolitik, Bd. 48), (Herausgeber).
- Entstehung und Vermächtnis ordoliberalen Denkens. Walter Eucken und die Notwendigkeit einer kulturellen Ökonomik, (Reihe Kulturelle Ökonomik, Bd. 2), Münster 2002.
Weitere Informationen unter: http://www.unibw.de/paed/sozpol/personen/goldschmidt
Zum Vortrag: Die Freiburger Kreise haben heute zwar einen festen Platz in der Literatur über den Widerstand, doch anders als bei anderen oppositionellen Gruppen blieb das Wirken der "Freiburger" lange Zeit nur ein Randthema in der Wissenschaft. Viele Erkenntnisse über die Freiburger Kreise sind das Ergebnis von Forschungsbemühungen der letzten Jahre. Dabei wird mehr und mehr deutlich, dass die Freiburger keineswegs nur Nebenfiguren im Kampf zur Überwindung des menschenverachtenden nationalsozialistischen Regimes waren, sondern dass ihre Taten und Schriften zu sichtbaren Zeichen einer aktiven Opposition und Vorboten einer besseren und freiheitlichen Ordnung wurden. Der Freiburger Widerstand ist zudem ohne seine universitären Wurzeln undenkbar. Er war ein Widerstand von Wissenschaftlern und ein Widerstand, der sich zugleich aus der Wissenschaft speiste. Dass sich das Konzept der "Sozialen Marktwirtschaft" zu einem guten Teil auch den Personen verdankt, die in den Freiburger Kreisen miteinander verbunden waren, mag die Bedeutung dieser Widerstandszirkel ebenfalls unterstreichen.
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