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Mit der Kamera aus der Vergangenheit in die JetztzeitAm Anfang steht das gemalte Bild. Die acht Jungen und Mädchen bringen zu Papier, was sie sehen, wenn sie bei sich zu Hause vor die Tür gehen. Das Bild, das sich in dieser nicht repräsentativen Runde als Ausnahme erweisen wird, zeigt Häuser, eine Mauer, eine Straße und Bäume. “Es war das einzige Bild, auf dem es Grün gab”, sagt Museumspädagogin Dr. Caroline Gritschke. Und das in einer Landeshauptstadt, die sich zu Recht vieler Grünflächen rühmt. Für Gritschke kein Problem. Ziel des Foto-Workshops sei es gerade, den ungeschönten Blick zu schulen. Zwei Sonderveranstaltungen wie den Foto-Workshop bietet die Museumspädagogin des Hauses der Geschichte in den Sommerferien an. Die Themen oder Medien wechseln, immer aber geht es darum, sich historischen Inhalten kreativ und künstlerisch zu nähern. Im Foto-Workshop des Hauses der Geschichte schauen die Teilnehmer zur Einstimmung unter anderen in der Dauerausstellung den Film von Paul Moriell an. Dieser Hobbyfilmer hielt um 1930 Innenstadtansichten Stuttgarts fest. Im Museum wird sein flimmernder Streifen ergänzt durch eine heutige Filmversion der selben Schauplätze - zu sehen in der Abteilung “Städtelandschaft - Urbanität und Kultur”. Daran wird sehr deutlich, wie sehr sich die Stadt, nicht zuletzt durch die Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges, verändert hat. Wie viel Bausubstanz dem Krieg zum Opfer fiel, das zeigen besonders die Bilder des bekannten Fotografen Hannes Kilian, der das Kriegsende in Stuttgart dokumentierte. Eine der Aufgaben der Jugendlichen ist es denn auch, anhand von vier Kilian-Fotos bestimmte Stellen in der Innenstadt zu suchen und mit ihrer Kamera möglichst genau den Blickwinkel des damaligen Fotografen einzunehmen. Das ist nicht nur schwer, weil zum Beispiel das “Bunker-Hotel” auf dem Marktplatz gar nicht mehr existiert, sondern auch, weil selbst Fotografen wie Kilian immer wieder einmal fototechnisch getrickst haben - dem Motiv oder der Stimmung des Bildes zuliebe. Im Mittelpunkt steht schließlich der Versuch der Kursteilnehmer, mit fünf Fotos ein eigenes Bild der Stadt zu zeichnen. Ein Mädchen wählt “Stau” zu ihrem Leitthema - nicht nur die langen Schlangen von Autos, die Stuttgart reichlich zu bieten hat, sondern auch von Menschen. Ein Junge bemerkt mitten in der Stadt vor allem “Tiere und Pflanzen” und bildet in seinen Fotos ab, was auf dem Schlossplatz krabbelt und wächst. Was haben die Kinder gelernt? Caroline Gritschke formuliert es so: “Ziel war es, genau hinzuschauen. Wer mitnimmt, dass er seinen Fotoausschnitt bewusst wählt, weil er genau hinschaut, der lässt sich von der Flut der Bilder der Mediengesellschaft nicht mehr so leicht manipulieren.” Und Spaß hat es gemacht. Das spüren auch Eltern, Geschwister und Großeltern, die sich am letzten Tag die zu einer kleinen Ausstellung zusammengefügten Ergebnisse der Hobbyfotografen anschauen. |
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