Kinder fotografieren an den Originalschauplätzen des kriegszerstörten Stuttgart
Stuttgart (hdgbw) - Lassen sich die Schauplätze von damals wiederfinden? 1944 machte der Fotograf Hannes Kilian Aufnahmen vom kriegszerstörten Stuttgart. Die Teilnehmer desFerienworkshops »Mit der Kamera auf Spurensuche« fahnden am Donnerstag, 23., und Freitag, 24. Februar 2012, nach Kilians damaligen Kamerapositionen. Sie machen Bilder vom gegenwärtigen Stuttgart und seinen Menschen. Mit dem Blick durch das Objektiv entdecken sie so über 60 Jahre Stadt- und Landesgeschichte.
Der zweitägige Ferienworkshop im Haus der Geschichte eignet sich für Kinder von 9 bis 12 Jahren. Er gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung »Hannes Kilian - Fotografien« und dauert an beiden Tagen von 14 bis 17 Uhr. Die Kursgebühr beträgt 5 Euro. Die Kinder solleneine Kamera mitbringen.
Stuttgart (hdgbw) - Er zählt zu den großen Fotojournalisten Deutschlands: Hannes Kilian (1909 bis 1999), der berühmte Stuttgarter Fotograf. Mit der Ausstellung »Hannes Kilian – Fotografien« erinnert das Haus der Geschichte Baden-Württemberg vom 12. Februar bis zum 29. April 2012 im Kunstgebäude am Schlossplatz an das Lebenswerk dieses vielfach ausgezeichneten Fotokünstlers. Die rund 360 präsentierten Bilder, überwiegend Original-Abzüge aus seinem Atelier, decken die gesamte künstlerische Breite seines Fotoschaffens ab. Diese erste umfassende Ausstellung in Stuttgart, die den ganzen Kilian zeigt, fasziniert das Publikum. Bereits am Eröffnungstag, dem 12. Februar, strömten mehr als 470 Besucher ins Kunstgebäude.
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1928, mit 19 Jahren, verließ Hannes Kilian sein Elternhaus in Ludwigshafen am Bodensee. In der Schweiz absolvierte er eine Fotografenlehre, ging später, 1933, für zwei Jahre nach Neapel und arbeitete dort für Bildagenturen und -verlage. Einen Höhepunkt der Vorkriegsjahre bildete ein dreimonatiger Parisaufenthalt 1937. Hier fotografierte Kilian die Weltausstellung und das großstädtische (Nacht-)Leben der Metropole am Vorabend der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs. 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und fotografierte in einer Propagandakompanie den Russlandfeldzug. Als Kriegsversehrter kehrte er nach Stuttgart zurück. Die Zäsur des Kriegserlebnisses wird in den Bildern, die nach seiner Genesung entstanden, unmittelbar anschaulich. Sie zeigen Tod und Elend der Stuttgarter Zivilbevölkerung.
Nach dem Krieg stellte er diesen Bildern des Untergangs einen neuen Aufbruch - vor allem im Kulturschaffen - gegenüber. Zur Leidenschaft wurde Hannes Kilian die fotografische Dokumentation des Stuttgarter »Ballettwunders«, das John Cranko seit 1961 begründete. Seine Ballettbilder erlangten internationales Renommee.
Haus der Geschichte gibt CD mit traditionellen Liedern aus Laupheim heraus
Stuttgart/ Laupheim (hdgbw) – Eine CD mit traditionellen jüdischen Synagogengesängen aus dem oberschwäbischen Laupheim gibt jetzt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg heraus. Sie umfasst 27 beispielhafte Gesänge, die in der dortigen jüdischen Gemeinde gepflegt wurden, bis die Nationalsozialisten diese im Jahr 1942 endgültig auslöschten. Die Gesänge wurden ursprünglich im Jahr 1922 in Berlin aufgenommen. Die Initiative für das aktuelle Projekt ging vom Laupheimer Lokalhistoriker und langjährigen Gemeinderat Rolf Emmerich aus sowie von Yitzhak Heinrich Steiner, der in Israel lebt. Er ist der Enkel von Simon Leopold Steiner. Dieser spielte bei der damaligen Aufnahme das Harmonium. Der Sänger war Kantor Emil Elias Dworzan.
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Thomas Schnabel, Leiter des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg, ist stolz darauf, dass das Haus der Geschichte daran mitwirkt, verlorene Schätze jüdisch-deutschen Kulturgutes wieder zu heben: „Die technisch leicht überarbeiteten Synagogen-Gesänge sind ein beeindruckendes Zeugnis jüdischen Lebens in Laupheim und bieten einen ganz eigenen, akustischen Zugang zu dieser Zeit.“
Carl Laemmle hing an seiner Heimat
Dass 1922 zwei Musiker aus Laupheim nach Berlin reisten, um mit Hilfe eines Edison-Phonographs die Gesänge auf Wachsmatrizen aufzunehmen, ist einem berühmten Laupheimer Sohn zu verdanken: Carl Laemmle, der 1884 in die USA ausgewanderte Gründer der Universal Filmgesellschaft, Los Angeles, unterstützte seine Heimatgemeinde, wo er nur konnte. Deshalb finanzierte er auch diese Aufnahmen. In einigen Passagen der Gesänge ist auch Carl Laemmle selbst zu hören.
Zur CD gehört ein reich bebildertes, 40 Seiten umfassendes Booklet. Darin finden sich die Übersetzungen aller Texte mit Erläuterungen von Landesrabbiner a.D. Joel Berger sowie eine Einführung von Rolf Emmerich. Die CD kostet 19,90 Euro.
Die CD gibt es im Museumsshop des Hauses der Geschichte. Bestellungen bei Gisela Orlopp (Telefon: 0711 . 212.39.86, per Mail gisela.orlopp(at)hdgbw.de) oder direkt hier online.
Szenische Lesung in der Stauffenberg-Erinnerungsstätte
Stuttgart (hdgbw) - Das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 missglückte. Helmuth James von Moltke war gegen eine Ermordung des Diktators gewesen. Dennoch musste er sterben, weil er dem Verschwörerkreis anhörte. Die Schauspieler Dorothea Balzer und Robert Atzlinger tragen in einer szenischen Lesung am 19. Januar 2012 in der Stauffenberg-Erinnerungsstätte die Briefe vor, die sich Moltke und seine Frau Freya vor seiner Hinrichtung schrieben. Musikalisch begleitet werden die beiden Schauspieler von Ekkehard Schobert. Die Veranstaltung in Kooperation mit dem Studio-Theater beginnt um 19 Uhr und kostet 13,50 Euro (ermäßigt 10,50 Euro, Schülergruppen 6 Euro pro Person).
Stuttgart (hdgbw) - Auch für Tagesausflügler gibt es viel Neues auf der CMT: Auf Europas größter Urlaubsmesse präsentiert das Haus der Geschichte in diesem Jahr ein überaus reichhaltiges Angebot. Zu insgesamt vier Ausstellungen lädt es im Jahr 2012 alle historisch-politisch Interessierten ein. Warum so viele Ausstellungen? Das mag der eine oder andere denken. Die Antwort ist einfach: Das Land wird 60, das Haus 25 und der Neubau mit seiner Dauerausstellung besteht seit 10 Jahren. Gründe genug für Baden-Württembergs einziges historisch-politisches Landesmuseum, ein solch umfangreiches Jubiläumspaket zu schnüren. Zwei der Ausstellungen sind im Ausstellungsgebäude an der Konrad-Adenauer-Straße 16, eine im Kunstgebäude Stuttgarter Schlossplatz und eine im Augustinermuseum in Freiburg zu sehen.
Über die Ausstellungsinformationen hinaus bieten die Mitarbeiter des Hauses am CMT-Stand ein Quiz mit originellen Fragen zur Geschichte des Landes an. Es gibt einiges zu gewinnen. Besuchen Sie auf der CMT unseren Stand mit der Nummer E 22 in Halle 6 - und lassen Sie sich überraschen.
Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg gehört zu den modernen Bauwerken, die das Gesicht der Stuttgarter Kulturmeile prägen. Das 2002 eingeweihte Museum wurde von den Architekten Michael Wilford und Manuel Schupp entworfen.
Nächtliche Ruhe
Nur nachts kommt die Konrad-Adenauer-Straße, eine der wichtigsten Verkehrsadern Stuttgarts, zeitweise zur Ruhe.
Mediterranes Flair
Im Sommer wird am "Tempus", dem Lokal im Haus der Geschichte, abends regelmäßig getanzt.
Promenade als Vorraum
Vitrinen mit landestypischen Exponaten wie dem "Baden-Württemberg-ABC" leiten von der Promenade zum Eingang des Museums.
Von der Kleinstaaterei zum Bundesland
Die große interaktive Landkarte im Foyer des Hauses der Geschichte zeigt, welch ein Flickenteppich Baden-Württemberg früher war.
Kiloweise Silber
Sieben Kilogramm wiegt der Eichenkranz, der Friedrich Römer 1847 im Stuttgarter Bürgermuseum überreicht wurde. Römer war ein hartnäckiger Kämpfer für bürgerliche Rechte.
Die erste deutsche Revolution
Die Revolution von 1848 erschütterte den Südwesten heftig. Besonders auf dem Lande zerriss sie endgültig das Jahrhunderte alte Herrschaftsverhältnis zwischen Adel und Bauern. Die Revolutionäre setzten zur Kommunikation mit den Menschen massenweise Flugblätter ein.
Epoche der Gewalt
Im Weltkriegeraum wird das mörderische Wirken des NS-Regimes anhand von Einzelschicksalen dokumentiert.
Der Kampf um die Nachrüstung
Vor allem in Mutlangen und Heilbronn wurden im Streit um die Nachrüstung US-amerikanische Pershing-Raketen stationiert. Das Haus der Geschichte dokumentiert den Widerstand dagegen.
Lesestoff
Im Museum der Gegenwart können sich die Besucher in zahlreichen Tageszeitungen aktuell informieren.
Aus dem Leben ins Museum
Was wird dauerhaft erinnernswert sein? Im Museum der Gegenwart sammeln sich Objekte, die das Zeug dazu haben könnten - zum Beispiel der WM-Ball vom Spiel um Platz 3 aus dem Jahre 2006.
Lebensgrundlage Wald
Der Schwarzwald ist für die Menschen in der Region zwischen Pforzheim und Waldshut immer noch von großer Bedeutung - als Holzlieferant und als Basis des Tourismus. Aber diese Kulturlandschaft ist bedroht.
Die Südwest-Industrie und ihre Produkte: Entdeckungsreise für die ganze Familie
Als erster Themenpark im Haus der Geschichte wurde jetzt die Wirtschaftsabteilung komplett überarbeitet und mit vielen neuen Exponaten bestückt. 21 Unternehmen aus dem Südwesten vom Autobauer über die Werkzeug- und Maschinenherstellung bis hin zum Spieleproduzenten werden hier beispielhaft für die mittelständisch geprägte Industrie im Land vorgestellt.
Ein- und Auswanderung
Wilhelm Pfänder gehörte zu jenen Württembergern, die ihrem Vaterland aus wirtschaftlichen Gründen den Rücken kehrten. 1848 in die USA ausgewandert, erwarb er sich im amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Nordstaaten Ruhm.
Familienland Baden-Württemberg
Hunderte privater Fotos hat das Haus der Geschichte im Familienraum zusammengetragen. Sie zeigen, wie sich das Familienleben im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
Die Früchte der Neugier
Was Wissenschaft und Forschung im Südwesten hervorgebracht haben, ist in einem Extra-Raum zusammengefasst.
Zum Abschluss chillen pur
Am Ende des Museumsrundganges erwartet die Besucher in der Baden-Württemberg-Lounge ein besonderes Erlebnis: ein filmisch-akustisches Potpourri aus Landschaftseindrücken und Sequenzen des kulturellen Lebens - und die Möglichkeit, in einem besonderen Sessel zu entspannen.