Originalstück der Berliner Mauer steht zwischen Landtag und Haus der Geschichte

Begrüßung im Foyer (v. r.): Museumschef Dr. Thomas Schnabel, Staatssekretär Dr. Dietrich Birk, Ministerpräsident Günther H. Oettinger, Bild-Chefredakteur Kai Diekmann und Friederike Beyer, die Lebensgefährtin des Regierungschefs

Die SED-Diktatur sei natürlich nicht mit dem nationalsozialistischen Terrorregime zu vergleichen, betont Dr. Thomas Schnabel, Leiter des Hauses der Geschichte, in seiner Begrüßung. Aber wer einmal in die Fänge der Stasi geraten sei, dem habe - ebenso wie Menschen, die während der NS-Herrschaft von der Gestapo aufgegriffen worden seien - akuter physischer und psychischer Schaden gedroht. Insofern sei der 20. Jahrestag des Mauerfalls ein guter Anlass, um daran zu erinnern, dass die DDR und ihr Regime nicht verharmlost werden dürften, so Schnabel.

"Die Mauer ist längst ein Symbol für die Überwindung von Diktatur": Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, bei ihrem Vortrag im Haus der Geschichte

»Immer mehr Menschen fragen, wenn sie nach Berlin kommen, wo ist denn nun die Mauer? Es gibt mittlerweile mehr Mauerteile außerhalb Deutschlands als hier zu Lande«, stellt Anna Kaminsky in ihrem Vortrag fest. Kaminsky ist die Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin. Sie betont: »Außerhalb Deutschlands gibt es ungefähr 140 Mauerdenkmäler - von Kanada bis Südafrika, von den USA bis Japan, von Mexiko bis Honolulu und Australien, vom Vatikan bis zum Wallfahrtsort Fatima in Portugal.« Für die Berliner sei es zunächst nur wichtig gewesen, dass die Mauer verschwand. Doch Stücke der verhassten Mauer sind, so schätzt Kaminsky ein, längst »ein Symbol für die Überwindung von Diktaturen und ein Symbol für den Willen zur Freiheit, für die Überwindung von Angst, für Mut und Zivilcourage«.

Aus diesem Grund macht die Bild-Zeitung nach und nach allen Bundesländern ein Geschenk mit großer Symbolkraft: Ein Originalstück der Berliner Mauer, 3,60 Meter hoch und 3 Tonnen schwer. Zum 20. Jahrestag am 9. November erhielten nun das Land Baden-Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart ein solches Mauerstück »nicht als Mahnmal, sondern als Geschenk« betont Kai Diekmann, der eigens zur Einweihung angereiste Chefredakteur.

Nach der Feierstunde im Haus der Geschichte schreiten die Ehrengäste hinüber zum Landtag. Dort ist das Mauerstück aufgestellt und dort weihen Ministerpräsident Oettinger und der eigens herbeigeeilte Stuttgarter Oberbürgermeister Schuster das Denkmal ein. Ministerpräsident Oettinger bedankt sich für das besonders schöne Geschenk und stellt fest: »Wo könnte ein Symbol für Freiheit und Demokratie besser verortet sein als in der Nachbarschaft unseres Landesparlaments, direkt gegenüber dem Haus der Geschichte?« Er betont: »Mit diesem Ort haben wir einen würdigen Platz für das Denkmal gefunden.«