Steinbach präsentiert sich unbeirrt als Kämpferin für Menschenrechte

Aufmerksame Zuhörer: Erika Steinbach erläutert die Ziele der Stiftung. Fotos: Haus der Geschichte / Thomas Hörner

»Ich freue mich, dass das Haus der Geschichte die Vertreibung zum Thema einer Ausstellung gemacht hat.« Sofort ist Frau Steinbach beim Thema. Obwohl sie keine Heimatvertriebene im engeren Sinne sei, habe sie schlesische Wurzeln. Die Geschichten des Großvaters haben sie stark geprägt. Zum Thema Vertreibung sei sie jedoch erst viel später gekommen. Die Geschichte einer 80-jährigen Frau, die auf der Flucht vielfach vergewaltigt wurde, und der für Steinbach unfassbare Kommentar eines Journalisten, dies habe der Frau ja nicht geschadet, wie ihr hohes Alter belege, hatten sie schließlich sensibilisiert.

Gelungene Präsentation: Erika Steinbach beim Rundgang durch die Ausstellung mit den Kuratoren Christopher Dowe, Sabrina Müller und ihrem Gesprächspartner Stefan Bergmann

Das ist lange her. Doch seitdem kämpft die CDU-Abgeordnete für die Heimatvertriebenen, seit  1998 als BdV-Vorsitzende. In der aktuellen Auseinandersetzung um die Neugestaltung des Stiftungsrats sieht sie sich als Siegerin, auch wenn sie auf den Sitz im Stiftungsrat verzichten muss. Ihr Verband habe den »Weg der Vernunft« aufgezeigt und »der Bundesregierung aus der Sackgasse geholfen«, behauptet Steinbach. Mit der jetzigen Lösung habe der Verband etwas für die Stiftung erreicht. Durch die Erweiterung des Stiftungsrates seien die Landsmannschaften besser vertreten und durch die Vergrößerung der Ausstellungsfläche ließen sich die Herkunftsgebiete besser darstellen. Und da die Mitglieder des Stiftungsrates künftig vom Bundestag und nicht mehr von der Bundesregierung gewählt würden, »kann man einzelne Personen nicht mehr herauspicken«, wie es ursprünglich gedacht war, sagt Steinbach. Für sie ist die jetzige Lösung ein großer Erfolg und die Gründe für das Ausscheiden einiger Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats in den letzten Tagen sieht sie eher »im persönlichen Bereich«.

Interessierte Betrachterin: Erika Steinbach im Gespräch mit Ausstellungsleiterin Paula Lutum-Lenger

Seit Jahren steht die Frau im Mittelpunkt des öffentliches Interesse. Auf die Frage, ob ihr die persönlichen Angriffe nicht doch gelegentlich nahe gehen, antwortet sie, dass ihr das überhaupt nichts ausmache, der Familie allerdings schon. Und die Frage, ob sie als Musikerin nicht doch sensibel sei, beantwortet sie so: Sie sei sensibel, aber Musik sei auch Präzision. An dieser Stelle des Gesprächs zeigt die BdV-Präsidentin viel von ihrer Persönlichkeit. Klarheit, Ordnung und Präzision sind ihr wichtig und natürlich die Menschenrechte, die für alle gelten sollten, nicht nur für die Menschen im Iran, im Sudan, oder anderswo auf der Welt, sondern auch für die deutschen Heimatvertriebenen, sagt die CDU-Sprecherin für Menschenrechte. Diese persönliche Ausrichtung könnte der Grund sein, warum sie im Herbst weitermachen will, auch wenn es weiterhin Ärger geben wird um die Stiftung »Flucht, Vertreibung, Versöhnung«.