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Daten & Fakten zum Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Vorreiter: Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg ist bundesweit bisher das Einzige seiner Art. Es zeichnet die Landesgeschichte der vergangenen gut 200 Jahre nach und stellt zugleich immer den gesamtgeschichtlichen Zusammenhang her. Vorrangiges Ziel ist es, den Südwesten in all seinen Facetten abzubilden.

Seit 2002 an der Kulturmeile: Geburtsstunde des Hauses der Geschichte ist das Jahr 1987. Damals begann ein Arbeitsstab der Landesregierung, das Konzept für ein Landesmuseum zu entwickeln. 1992 präsentierte dieses seine erste Ausstellung. Das Museum arbeitete zunächst dezentral. Seit 2002 zeigt es im Neubau an der Konrad-Adenauer-Straße in Stuttgart seine Dauerausstellung sowie regelmäßig Wechselausstellungen.

Mehr als  30 Ausstellungen: Seit der Premiere im Jahr 1992 hat das Haus der Geschichte mehr als 30 Ausstellungen auf die Beine gestellt. Gleich zwei Große Landesausstellungen stehen jetzt an: “Ihr und Wir. Integration der Heimatvertriebenen in Baden-Württemberg” läuft vom 13. November 2009 bis 22. August 2010 im Haus der Geschichte. Und aus Anlass der Fußball-WM ist von März bis Juli 2010 im Stuttgarter Kunstgebäude am Schlossplatz die Schau “Gefühle, wo man schwer beschreiben kann” zum Volkssport Nummer eins zu sehen.

Der neue Blick: Das Haus der Geschichte betrachtet jedes historische Thema aus einem eigenen Blickwinkel. So stellt die Ausstellung “Ihr und Wir. Integration der Heimatvertriebenen in Baden-Württemberg” nicht erneut den Leidensweg von Flucht und Vertreibung heraus, sondern fragt ausdrücklich danach, was nach dem Ankommen in der neuen Heimat geschah.

Junges Publikum:  Das Haus der Geschichte ist ein Angebot für jedermann. Der Blick richtet sich aber auch gezielt auf die jungen Besucher: Ein breites museumspädagogisches Angebot ermöglicht es diesen, Geschichte hautnah zu erleben. Tatsächlich zieht die lebendige, durch verschiedene Medien unterstützte Präsentation auffällig viele junge Leute an: Der Besucheranteil der Schüler und Jugendlichen unter 18 Jahren beträgt in der Dauerausstellung 40 Prozent. Auch der Altersdurchschnitt der Einzelbesucher liegt bei knapp unter 40 Jahren.

100 000 Besucher pro Jahr: Seit 2002 nehmen im Durchschnitt rund 100 000 Interessierte pro Jahr die Angebote des Hauses der Geschichte wahr. Erfolgreichste Einzelausstellung war die im  September zu Ende gegangene Ausstellung “Mythos Rommel” mit 53 186 Besuchern.

Dienstleister: Das rund 30köpfige Team setzt nicht nur die Projekte des eigenen Museums um, das Haus der Geschichte ist auch als historischer Dienstleister gefragt. So entwickelten die Experten bereits ein halbes Dutzend Dauerausstellungen außerhalb des Hauses: das Turenne-Museum in Sasbach, die ehemalige Synagoge in Haigerloch, das Museum zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim sowie die Erinnerungsstätten Stauffenberg im Stuttgarter Alten Schloss und Matthias Erzberger in Münsingen-Buttenhausen. Das nächste Projekt dieser Art ist in Arbeit: eine Ausstellung auf dem Hohenasperg (“Ein deutsches Gefängnis”).

Authentische Objekte: Jede Ausstellung, die vom Haus der Geschichte konzipiert wird, muss bestimmte Merkmale erfüllen. Ein besonders wichtiges Merkmal ist die Vorgabe, dass nur originale und authentische Objekte ausgestellt werden.

Neues Bauen in Stuttgart

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg gehört zu den modernen Bauwerken, die das Gesicht der Stuttgarter Kulturmeile prägen. Das 2002 eingeweihte Museum wurde von den Architekten Michael Wilford und Manuel Schupp entworfen.

Nächtliche Ruhe

Nur nachts kommt die Konrad-Adenauer-Straße, eine der wichtigsten Verkehrsadern Stuttgarts, zeitweise zur Ruhe.

Mediterranes Flair

Im Sommer wird am "Tempus", dem Lokal im Haus der Geschichte, abends regelmäßig getanzt.

Promenade als Vorraum

Vitrinen mit landestypischen Exponaten wie dem "Baden-Württemberg-ABC" leiten von der Promenade zum Eingang des Museums.

Von der Kleinstaaterei zum Bundesland

Die große interaktive Landkarte im Foyer des Hauses der Geschichte zeigt, welch ein Flickenteppich Baden-Württemberg früher war.

Kiloweise Silber

Sieben Kilogramm wiegt der Eichenkranz, der Friedrich Römer 1847 im Stuttgarter Bürgermuseum überreicht wurde. Römer war ein hartnäckiger Kämpfer für bürgerliche Rechte.

Die erste deutsche Revolution

Die Revolution von 1848 erschütterte den Südwesten heftig. Besonders auf dem Lande zerriss sie endgültig das Jahrhunderte alte Herrschaftsverhältnis zwischen Adel und Bauern. Die Revolutionäre setzten zur Kommunikation mit den Menschen massenweise Flugblätter ein.

Epoche der Gewalt

Im Weltkriegeraum wird das mörderische Wirken des NS-Regimes anhand von Einzelschicksalen dokumentiert.

Der Kampf um die Nachrüstung

Vor allem in Mutlangen und Heilbronn wurden im Streit um die Nachrüstung US-amerikanische Pershing-Raketen stationiert. Das Haus der Geschichte dokumentiert den Widerstand dagegen.

Lesestoff

Im Museum der Gegenwart können sich die Besucher in zahlreichen Tageszeitungen aktuell informieren.

Aus dem Leben ins Museum

Was wird dauerhaft erinnernswert sein? Im Museum der Gegenwart sammeln sich Objekte, die das Zeug dazu haben könnten - zum Beispiel der WM-Ball vom Spiel um Platz 3 aus dem Jahre 2006.

Lebensgrundlage Wald

Der Schwarzwald ist für die Menschen in der Region zwischen Pforzheim und Waldshut immer noch von großer Bedeutung - als Holzlieferant und als Basis des Tourismus. Aber diese Kulturlandschaft ist bedroht.

Die Südwest-Industrie und ihre Produkte: Entdeckungsreise für die ganze Familie

Als erster Themenpark im Haus der Geschichte wurde jetzt die Wirtschaftsabteilung komplett überarbeitet und mit vielen neuen Exponaten bestückt. 21 Unternehmen aus dem Südwesten vom Autobauer über die Werkzeug- und Maschinenherstellung bis hin zum Spieleproduzenten werden hier beispielhaft für die mittelständisch geprägte Industrie im Land vorgestellt.

Ein- und Auswanderung

Wilhelm Pfänder gehörte zu jenen Württembergern, die ihrem Vaterland aus wirtschaftlichen Gründen den Rücken kehrten. 1848 in die USA ausgewandert, erwarb er sich im amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Nordstaaten Ruhm.

Familienland Baden-Württemberg

Hunderte privater Fotos hat das Haus der Geschichte im Familienraum zusammengetragen. Sie zeigen, wie sich das Familienleben im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.

Die Früchte der Neugier

Was Wissenschaft und Forschung im Südwesten hervorgebracht haben, ist in einem Extra-Raum zusammengefasst.

Zum Abschluss chillen pur

Am Ende des Museumsrundganges erwartet die Besucher in der Baden-Württemberg-Lounge ein besonderes Erlebnis: ein filmisch-akustisches Potpourri aus Landschaftseindrücken und Sequenzen des kulturellen Lebens - und die Möglichkeit, in einem besonderen Sessel zu entspannen.

Fotos: Haus der Geschichte / Franziska Kraufmann