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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Reihen

Symphony of the Names

Die Symphony of the Names

Ein außergewöhnliches Projekt im Gedenken an Deportationsopfer

Mindestens 959 jüdische Deutsche aus Württemberg und Hohenzollern wurden vom 1. Dezember 1941 an nach Riga deportiert. Im Gedenken an die Opfer initiierte das Haus der Geschichte mit "Symphony of the Names" und einem Patenschaftsprojekt eine neue, eindrucksvolle Form der Erinnerung.

Klänge für Regina Abendstern: eine der 959 Symphony-Partituren.

Das Projekt

Florian Käppler hat die Namen der 959 Deportierten in eine eindrucksvolle Klanginstallation umgesetzt. Die "Symphony of the Names" generiert sich aus den Buchstaben der Namen der Deportierten. Vom 1. Dezember 2011 an erklang das Werk im Haus der Geschichte Baden-Württemberg vier Tage lang ohne Pause. Käppler hatte jedem Buchstaben des Alphabets einen bestimmten Ton zugeordnet. Jeder Name ergab so eine eigene Partitur: 959 individuelle Melodien, die so einzigartig sind wie jedes einzelne Opfer es war. Abgespielt wurden die Partituren in alphabetischer Reihenfolge der Namen von einem eigens dafür programmierten Klavierflügel. Während ein Ton erklang, war gleichzeitig auf einem Bildschirm im Notenpult der diesem Ton zugeordnete Buchstabe zu sehen. So wurden die Einzelschicksale der Deportierten hinter der reinen Zahl deutlich.

Diskussion beim Symphony-Patentreffen im Otto-Borst-Saal
Die Paten entwickeln ein persönliches Verhältnis zu den Deportationsopfern.

Patenschaften

Schulklassen, Vereine, Gruppen und Einzelpersonen können sich aktiv im Rahmen einer Patenschaftsaktion an der Erinnerung an die Deportation beteiligen. Mitmachen ist ganz einfach: Für zehn Euro (Herstellungskosten) erhalten die Paten ein Kästchen, in dem die gedruckte, individuelle Partitur des jeweiligen Deportierten liegt sowie ein Heft mit weiteren Informationen zur damaligen Deportation und zu diesem Projekt. Was genau die Paten tun, bleibt ihnen selbst überlassen: Das Kästchen mit der Notenschrift kann zum Beispiel einen besonderen Platz im Lebensumfeld der Paten erhalten. Das Notenblatt soll einen Anstoß für die Auseinandersetzung mit der jeweiligen Person liefern: Wer war das? Wie ist sein oder ihr Leben bis zur Deportation verlaufen? Gibt es noch Spuren dieses ausgelöschten Lebens?
Die aktuelle Liste der noch offenen Patenschaften kann telefonisch erfragt werden unter 0711/212-3958.

Jedes Kästchen enthält eine individuelle Partitur für eines der Opfer. Patenschaften können beim Haus der Geschichte erfragt werden. (Fotos: HdGBW / Kapia)

Weitere Informationen und Kontakt

Dr. Cornelia Hecht 

Tel.: 0711 . 212.39.85 
E-Mail: cornelia.hecht(at)hdgbw.de

Dr. Caroline Gritschke 
Tel.: 0711 . 212.39.69 
E-Mail: caroline.gritschke(at)hdgbw.de