Einzigartige Schau im WM-Jahr zeigt die Macht des Fußballs

Das Plakat der Ausstellung "Gefühle, wo man schwer beschreiben kann"

Emotionen pur, packende Geschichten, berühmte oder fast vergessene Namen – und jede Menge Möglichkeiten zum Mitmachen für die ganze Familie: Das bietet die Große Landesausstellung »Gefühle, wo man schwer beschreiben kann« zum Fußball im Südwesten. Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg präsentiert aus Anlass der Fußball-WM diese einzigartige Schau vom 28. März bis zum 11. Juli 2010 im Kunstgebäude am Stuttgarter Schlossplatz.

Die Zahl von rund 3500 Vereinen im Land belegt, welche Rolle der Fußball in Baden-Württemberg spielt. Ausgehend von dieser Basis unternehmen die Ausstellungsmacher einen spannenden Streifzug durch die Fußballgeschichte bis hin zu den großen Stunden der Nationalelf, die immer stark von Sportlern und Trainern aus dem Südwesten geprägt worden ist. Und so ist es kein Zufall, dass das titelgebende Zitat der Ausstellung vom Ausnahmestürmer und späteren Bundestrainer Jürgen Klinsmann stammt. Unnachahmlich gab der überglückliche Schwabe am 30. Juni 1996 zu Protokoll, wie ihm nach dem Gewinn der Europameisterschaft zumute war: Das sind "Gefühle, wo man schwer beschreiben kann", sagte er in die Mikrofone. Das ist es, was den Fußball groß macht: die Kraft der Emotionen.

Warum der Volkssport Nummer 1 fasziniert

Was macht den Volkssport Nummer 1 letztlich aus? Auf diese Frage gibt die Ausstellung ebenso überraschende wie bewegende Antworten. Einige Beispiele:

Der erste Spanien-Legionär: Emilio Walter aus Brötzingen (links) begrüßt als Spielführer des FC Barcelona Ricardo Zamora von Espanyol Barcelona bei einem Aufeinandertreffen beider Teams, vermutlich im März 1930. Foto: Privatbesitz

Fußball ist Abenteuer: Hierzulande kennen ihn nur wenige, in Spanien ist er eine Legende. Jahrzehnte vor Bernd Schuster war der Badener Emil Walter aus Brötzingen bei Pforzheim der erste deutsche Fußball-Legionär, den es nach Spanien zog. Als Emilio Walter wurde er in den 1920er Jahren ein Star beim FC Barcelona.

Fußball ist Politik: Die Jagd auf das runde Leder war immer Teil der politischen Geschichte, zum Beispiel im Ersten Weltkrieg. Damals setzte die Armeeführung Fußball ein, um die Soldaten vom Frontalltag abzulenken - aber auch mit dem Ziel, ihr taktisches Vermögen zu steigern. So brachten die Veteranen den Fußball mit in die Heimat.

Fußball ist Kampf: Robert Schlienz vom VfB Stuttgart verlor 1948 bei einem Unfall den linken Unterarm - seine Karriere schien beendet. Aber Schlienz kämpfte sich zurück: Schon drei Monate später spielte er wieder. Mit seiner Mannschaft errang er mehrfach den Meistertitel.

Fußball ist Rekord: Für einen besonderen Rekord steht der SV Kickers Büchig in Baden. Erst nach Verlängerung und 18 Elfmetern besiegte das Team aus einem Stadtteil von Bretten 1977 den SV 62 Bruchsal und sicherte sich so den Aufstieg in die Kreisklasse A. Noch nie zuvor war eine Elf nach so vielen Strafstößen zu Meisterehren gelangt.

Mittendrin der FIFA-Pokal

Objekt der Begierde: Der FIFA- Pokal aus dem Besitz des Stuttgarter Unternehmers Rolf Deyhle. Foto: Deyhle

Prunkstück der Ausstellung ist der FIFA-Pokal. Daher gebührt ihm ein besonderer Platz: Er wird als einziges Exponat im Kuppelsaal des Kunstgebäudes präsentiert. Der Stuttgarter Unternehmer Rolf Deyhle hat dem Haus der Geschichte diesen Pokal zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um den Erstabguss und das einzige Exemplar weltweit, das sich in Privatbesitz befindet. Deyhle erhielt den World Cup Ende der 1970er Jahre von der FIFA in Anerkennung seiner Verdienste beim Aufbau der FIFA und bei der weltweiten Vermarktung des Fußballs.

 

 

 

 

 

Action für die ganze Familie

Wettstreit mit der Maschine: Im Aktionsbereich der Ausstellung können Tischkicker-Fans gegen einen Roboter antreten. Foto: Haus der Geschichte / Kern

Fußball heißt nicht nur sehen und staunen, sondern auch mitmachen und Neues erfahren: Ein Soccer-Court in der Ausstellung lädt Kinder und Jugendliche täglich zum Dribbeln und Siegen ein. Sie können unter Anleitung auch neue Tricks lernen oder insgesamt ihre Technik verbessern. Natürlich ist der Court auch für Erwachsene geöffnet. Wer sich zum Reporter berufen fühlt, der kann einmal selbst den Fußball-Kommentator geben. Das SWR FERNSEHEN macht es möglich mit seiner "Sportreporter-Werkstatt". Dieses Angebot gibt es täglich, an bestimmten Tagen (siehe Veranstaltungsprogramm) übernimmt ein SWR-Reporter die Anleitung. Die Kleinen können Tipp-Kick-Figuren bemalen, und für Interessierte gibt es täglich Gelegenheit, die eigenen Fertigkeiten im Tipp-Kick zu verbessern. Auch für Tischkicker-Fans ist die Fußballausstellung die richtige Adresse: Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Spielsystemen oder können sich mit einem automatisierten Gegenspieler messen. In einem kleinen Kinosaal sind Filme zum Fußball in Afrika zu sehen.

Und noch ein Höhepunkt: Bei fünf Talks befragen bekannte Moderatoren des SWR in der Ausstellung hochkarätige Gäste zu aktuellen Themen rund um den Fußball und die WM. Eine Übersicht über alle Veranstaltungen finden Sie hier.