Stuttgart (hdgbw) - Museumsbesucher aufgepasst: Am Sonntag, 20. Mai 2012, ist Internationaler Museumstag. Der Eintritt in die Museen ist in der Regel frei. Museen stellen an diesem Tag ihre Arbeit vor und ermuntern Besucherinnen und Besucher, die gesammelten Schätze zu erkunden. Neben kostenlosem Eintritt bieten das Haus der Geschichte, die Stauffenberg-Erinnerungsstätte und das Museum auf dem Hohenasperg zusätzlich kostenfreie Museumsführungen an.
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Im Ausstellungsgebäude an der Konrad-Adenauer-Straße 16 spannt die Themenführung 60 Jahre Baden-Württemberg von 11 bis 12 Uhr den Bogen von den Kontroversen um die Landesgründung bis zu den Bürgerbewegungen im Medienzeitalter.
In der Stauffenberg-Erinnerungsstätte macht das Museumsgespräch Umstrittene Erinnerung von 14.30 bis 15.30 Uhr die Erinnerung an die Brüder Stauffenberg im gesellschaftlichen Wandel zum zentralen Thema.
Im Museum auf dem Hohenasperg stellt die Ausstellungsmacherin in der Führung Neuigkeiten auf dem Hohenasperg von 15 bis 16 Uhr Objekte und Häftlingsgeschichten vor, die zur Saisoneröffnung neu ins Museum gekommen sind.
Im Haus der Geschichte handelt die Themenführung Was heißt hier Widerstand? von 16 bis 17 Uhr von Aktionsformen des Widerstands gegen die NS-Diktatur. Die Fragestellung lautet: Unter welchen Voraussetzungen ist Widerstand möglich und geboten?
Ausstellung zum Widerstand im Südwesten am 8. Mai im Haus der Geschichte eröffnet
Stuttgart (hdgbw) – „Anständig gehandelt – Widerstand und Volksgemeinschaft 1933-1945“: So heißt die neue Sonderausstellung des Hauses der Geschichte, die am 8. Mai eröffnet wurde. Die Ausstellung läuft vom 9. Mai 2012 bis zum 31. März 2013 im Museum an der Stuttgarter Kulturmeile.
In seiner Begrüßungsrede stellte Museumsleiter Thomas Schnabel fest, anständig zu bleiben, sei in der Zeit des Nationalsozialismus zunächst mit wenig Risiko möglich gewesen. "Mitmachen musste man in den seltensten Fällen", so Schnabel. Dennoch "haben nur wenige gewagt, sich aufzulehnen", sagte Staatssekretär Jürgen Walter in der folgenden Ansprache. Ausstellungsleiterin Paula Lutum-Lenger führte anschließend in die Ausstellung ein. Am Beispiel von Anton Schmidt zeigte sie, in welch furchtbaren Zwiespalt Widerständler geraten konnten. Der Feldwebel rettete vielen Juden das Leben. Er wird verhaftet. Kurz vor der Exekution schreibt Schmidt noch einmal an seine Familie. Aus diesem Brief zitiert Lutum-Lenger: "Wenn Ihr dieses Schreiben in Händen haltet, werde ich nicht mehr unter Euch sein... Bitte verzeiht mir. Ich habe nur als Mensch gehandelt und wollte niemandem weh tun." Musikalisch und schauspielerisch umrahmt wurde die Eröffnung von Peter Schindler, Daniel Kartmann und Marcus Michalski.
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Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Mut Einzelner und von Gruppen, die sich mit kleineren oder größeren Aktionen gegen den Nationalsozialismus zur Wehr setzten. Sie stellten sich damit gegen die von den Nationalsozialisten propagierte „Volksgemeinschaft“. Diese versprach politische Einheit, Überwindung der Klassenschranken und nationalen Wiederaufstieg – und war daher für die Mehrheit der Deutschen nach 1933 zunehmend attraktiv. Wer Widerstand leistete, entzog sich den Anforderungen der „Volksgemeinschaft“. Er wurde terrorisiert, strafrechtlich verfolgt und ebenso ausgestoßen wie all jene, die von vorne herein aufgrund rassischer oder politischer Kriterien ausgeschlossen waren.
„Anständig gehandelt“: Der Titel der Ausstellung will dazu anregen, über Werte nachzudenken. War es richtig und anständig, während der NS-Diktatur, einfach mitgemacht zu haben, ohne persönlich schuldig geworden zu sein? Viele Deutsche nahmen das nach 1945 für sich in Anspruch. Nur wenige Menschen leisteten zwischen 1933 und 1945 Widerstand. Unter welchen Voraussetzungen ist Widerstand in einer Diktatur überhaupt möglich? Und wann ist er vielleicht sogar geboten? Diese Fragen werden sich natürlich auch die Besucher stellen.
Die Ausstellung präsentiert zahlreiche konkrete Widerstandsaktionen, die einer breiteren Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind. Dabei geht es unter anderem um Beispiele von Fluchthilfe, den Kampfeinsatz in den Armeen der Alliierten oder das mutige Predigen gegen die Pogromnacht 1938 von Julius von Jan. Solche Handlungen und Haltungen galten bis vor wenigen Jahren nicht als Widerstand. Die Ausstellung folgt aber auch den Spuren des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg, schildert, wie die Geschwister Scholl aus Ulm und ihre Freunde der Weißen Rose Flugblätter verbreiteten, und berichtet vom einsamen Handeln des schwäbischen Tüftlers Georg Elser, der am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller Hitler töten und so den Krieg verhindern wollte.
Die Geschichten werden anhand authentischer Objekte erzählt, rund 130 haben die Ausstellungsmacher zusammengetragen. Das erste Mal werden unter anderem präsentiert: die Hobelbank Georg Elsers, an der er seine Bombe konstruierte, der Radiosender des Stuttgarter Rundfunkpioniers Rudolf Formis, mit dem er aus der Tschechoslowakei Nachrichten nach Deutschland sendete, sowie der Schwur der Brüder Stauffenberg, in dem sie kurz vor dem Attentat auf Hitler 1944 ihre Ideale festhielten. Gestaltet wurde die Ausstellung vom Gestaltungsbüro KATZKAISER aus Darmstadt und Köln.
Stuttgart (hdgbw) – Mit einer musikalischen Überraschung wartet das Haus der Geschichte auf: Noch zweimal präsentieren im Museum an der Konrad-Adenauer-Straße 18 Studierende der Musikhochschule sowie in Stuttgart lebende Künstler das Programm „Ich, Stuttgart“. Nach der Premiere am 3. Mai sind die weiteren Aufführungen am Sonntag, 6. Mai, sowie am Dienstag 8. Mai. Beginn ist jeweils um 16 Uhr, das Programm dauert etwa anderthalb Stunden.
Die Konzeption dieser Mischung aus Tanz, Sprache und Musik von Claudio Monteverdi, Edgar Alandia, Günther Bialas, Adriana Hölszky, Zülfü Livaneli und Frank Mauceri haben Natasha López und Ninel Cam erarbeitet. Die Federführung haben das Studio für Stimmkunst und das Neue Musiktheater an der Musikhochschule. Bei Ihrem Parcours durch die Räume des Museums nehmen die Künstler die Impulse der Ausstellung auf.
Ministerpräsident eröffnet am 27. April Große Landesausstellung zum 60. Landesgeburtstag: Haus der Geschichte Baden-Württemberg zu Gast im Augustinermuseum in Freiburg
Stuttgart (hdgbw) - Die Große Landesausstellung „Liebe Deinen Nachbarn - Beziehungsgeschichten im Dreiländereck“, die das Haus der Geschichte im Freiburger Augustinermuseum ausrichtet, ist eröffnet. Über einen Zeitraum von 200 Jahren nimmt die Ausstellung die wechselvolle Nachbarschaft zwischen dem deutschen Südwesten, Frankreich und der Schweiz in den Blick. Sie läuft vom 28. April bis zum 30. September 2012. Ministerpräsident Winfried Kretschmann lobte am Freitag, 27. April, bei der Eröffnung im Historischen Kaufhaus in Freiburg, dass es in der Ausstellung „um die Auswirkungen der großen Politik auf die Menschen“ geht.
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Genauso wie Baden und Württemberg nach 60 Jahren zu einer Einheit zusammengewachsen seien, profitierten Deutschland, Frankreich und die Schweiz im Dreiländereck von der Zusammenarbeit. Als Beispiel für grenzübergreifende Gemeinsamkeiten nannte Kretschmann die von Baden und dem Elsaß ausgehende Anti-Atomkraft-Bewegung. „Was vor über 40 Jahren mit dem gemeinsamen Kampf gegen das geplante Atomkraftwerk Wyhl begann, ist heute in Deutschland nationaler Konsens“, sagte Kretschmann. „Hoffen wir, dass der Funke jetzt auch noch auf ganz Frankreich überspringt.“
Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon freute sich bei seiner Begrüßung über die „nahe liegende, zugleich aber originelle Idee“ des Hauses der Geschichte, anlässlich des 60. Landesgeburtstages die Beziehungen im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz zum Thema zu machen - und das Ergebnis in Freiburg auszustellen.
Thomas Schnabel, der Leiter des Hauses der Geschichte, begründete, warum Freiburg und nicht Stuttgart der richtige Ort für die aktuelle Ausstellung ist: „Zum 60. Geburtstag sind die Badener und Württemberger, die Hohenzollern und die Kurpfälzer, die Oberschwaben und die Hohenloher - männlich wie weiblich - so selbstbewusst und weise geworden, dass sie über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Deswegen schauen wir jetzt über die Grenzen zu unseren Nachbarn. Welcher Ort wäre besser geeignet als Freiburg, um zu den vielfältigen Beziehungsgeschichten mit unseren französischen und schweizerischen Nachbarn eine Große Landesausstellung zu zeigen?"
„Liebe Deinen Nachbarn“: Die Lebenserfahrung lehrt, wie schwer das manchmal ist. Aber die Geschicke der drei Länder sind eng miteinander verwoben. Daher müssen die Menschen diesseits und jenseits der Grenzen irgendwie miteinander auskommen. Sie begegnen sich beispielsweise als Gastgeber oder Gäste, als Verbündete oder Feinde, als Partner oder Konkurrenten – aber immer wieder auch als Liebende. 49 Geschichten vom Aufeinandertreffen unbekannter oder auch berühmter Nachbarn aus zwei Jahrhunderten entfalten in der Ausstellung ein bewegendes Beziehungspanorama des Dreiländerecks.
Die Große Landesausstellung wirkt mit Außeninstallationen in die Stadt hinein: An 15 Orten in Freiburg, an denen sich wichtige Ereignisse der Nachbarschaftsgeschichte festmachen lassen, weisen speziell entworfene Sitzbänke auf diese prägenden Begegnungen hin.
Zur Ausstellung hat das Team des Hauses der Geschichte ein attraktives Begleitprogramm mit Vorträgen und Zeitzeugengesprächen auf die Beine gestellt. Kooperationspartner sind dabei das Alemannische Institut Freiburg und die „Badische Zeitung“. In Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kino Freiburg gibt es zudem eine Reihe mit ausgewählten Filmen. Für Schulklassen werden Überblicksführungen, Schüler aktivierende Führungen sowie Workshops zur Migrationsgeschichte im Dreiländereck angeboten.
Für die Gestaltung der Ausstellung zeichnet das renommierte Büro Holzer Kobler Architekturen, Zürich, verantwortlich.
Museumstheater mit dem Jugendclub „H-Team“ für Kinder und Eltern
Stuttgart (hdgbw) - Der Jugendclub „H-Team“ des Hauses der Geschichte lädt Familien mit Kindern zu einer besonderen Führung durch das Museum ein: Ein rasender Zeitreise-Reporter nimmt am Sonntag, 22. April, kleine und große Besucher mit auf eine außergewöhnliche Tour durch 200 Jahre Landesgeschichte: Die Teilnehmer begegnen Napoleon und der Revolutionärin Emma Herwegh, sie interviewen einen Uhrschilder-Maler im Schwarzwald und lösen das Rätsel um eine geheimnisvolle Hochzeit. Die Führung dauert von 15 bis 16 Uhr und kostet für Erwachsene 4 Euro (plus Eintritt), Kinder zahlen für die Führung 1 Euro.
Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg gehört zu den modernen Bauwerken, die das Gesicht der Stuttgarter Kulturmeile prägen. Das 2002 eingeweihte Museum wurde von den Architekten Michael Wilford und Manuel Schupp entworfen.
Nächtliche Ruhe
Nur nachts kommt die Konrad-Adenauer-Straße, eine der wichtigsten Verkehrsadern Stuttgarts, zeitweise zur Ruhe.
Mediterranes Flair
Im Sommer wird am "Tempus", dem Lokal im Haus der Geschichte, abends regelmäßig getanzt.
Promenade als Vorraum
Vitrinen mit landestypischen Exponaten wie dem "Baden-Württemberg-ABC" leiten von der Promenade zum Eingang des Museums.
Von der Kleinstaaterei zum Bundesland
Die große interaktive Landkarte im Foyer des Hauses der Geschichte zeigt, welch ein Flickenteppich Baden-Württemberg früher war.
Kiloweise Silber
Sieben Kilogramm wiegt der Eichenkranz, der Friedrich Römer 1847 im Stuttgarter Bürgermuseum überreicht wurde. Römer war ein hartnäckiger Kämpfer für bürgerliche Rechte.
Die erste deutsche Revolution
Die Revolution von 1848 erschütterte den Südwesten heftig. Besonders auf dem Lande zerriss sie endgültig das Jahrhunderte alte Herrschaftsverhältnis zwischen Adel und Bauern. Die Revolutionäre setzten zur Kommunikation mit den Menschen massenweise Flugblätter ein.
Epoche der Gewalt
Im Weltkriegeraum wird das mörderische Wirken des NS-Regimes anhand von Einzelschicksalen dokumentiert.
Der Kampf um die Nachrüstung
Vor allem in Mutlangen und Heilbronn wurden im Streit um die Nachrüstung US-amerikanische Pershing-Raketen stationiert. Das Haus der Geschichte dokumentiert den Widerstand dagegen.
Lesestoff
Im Museum der Gegenwart können sich die Besucher in zahlreichen Tageszeitungen aktuell informieren.
Aus dem Leben ins Museum
Was wird dauerhaft erinnernswert sein? Im Museum der Gegenwart sammeln sich Objekte, die das Zeug dazu haben könnten - zum Beispiel der WM-Ball vom Spiel um Platz 3 aus dem Jahre 2006.
Lebensgrundlage Wald
Der Schwarzwald ist für die Menschen in der Region zwischen Pforzheim und Waldshut immer noch von großer Bedeutung - als Holzlieferant und als Basis des Tourismus. Aber diese Kulturlandschaft ist bedroht.
Die Südwest-Industrie und ihre Produkte: Entdeckungsreise für die ganze Familie
Als erster Themenpark im Haus der Geschichte wurde jetzt die Wirtschaftsabteilung komplett überarbeitet und mit vielen neuen Exponaten bestückt. 21 Unternehmen aus dem Südwesten vom Autobauer über die Werkzeug- und Maschinenherstellung bis hin zum Spieleproduzenten werden hier beispielhaft für die mittelständisch geprägte Industrie im Land vorgestellt.
Ein- und Auswanderung
Wilhelm Pfänder gehörte zu jenen Württembergern, die ihrem Vaterland aus wirtschaftlichen Gründen den Rücken kehrten. 1848 in die USA ausgewandert, erwarb er sich im amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Nordstaaten Ruhm.
Familienland Baden-Württemberg
Hunderte privater Fotos hat das Haus der Geschichte im Familienraum zusammengetragen. Sie zeigen, wie sich das Familienleben im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
Die Früchte der Neugier
Was Wissenschaft und Forschung im Südwesten hervorgebracht haben, ist in einem Extra-Raum zusammengefasst.
Zum Abschluss chillen pur
Am Ende des Museumsrundganges erwartet die Besucher in der Baden-Württemberg-Lounge ein besonderes Erlebnis: ein filmisch-akustisches Potpourri aus Landschaftseindrücken und Sequenzen des kulturellen Lebens - und die Möglichkeit, in einem besonderen Sessel zu entspannen.