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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Reihen

Stauffenberg-Vorlesung

Die Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung

Erinnerungen an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg und die Stauffenberg Gesellschaft veranstalten jährlich eine Gedächtnisvorlesung im Weißen Saal des Neuen Schlosses. Die Veranstaltung findet an einem Tag rund um den 15. November statt, dem Geburtstag des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Redner der vergangenen Jahre

2014 Uta von Aretin

Henning von Tresckow - Freiheit und Verantwortung

Henning von Tresckow (1901-1944) diente in drei Armeen. Er erlebte drei Regierungsformen und wurde zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten im militärischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Seine Tochter Dr. Uta von Aretin stellte am 22. November 2014 den Lebensweg ihres Vaters vor. Der Spross einer alten preußischen Offiziersfamilie kam bereits im Sommer 1939 zu der Überzeugung, dass der Diktator getötet werden müsse. Während des Krieges versuchten von Tresckow und seine Vertrauten mehrfach, Hitler mit einem Attentat auszuschalten. Für den Umsturzversuch am 20. Juli 1944 entwickelte von Tresckow zusammen mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg die grundlegenden Planungen. "Das Attentat muss erfolgen, coùte que coùte. Sollte es nicht gelingen, so muss trotzdem gehandelt werden. Denn es kommt nicht mehr auf den praktischen Zweck an, sondern darauf, dass die deutsche Widerstandsbewegung vor der Welt und vor der Geschichte unter Einsatz des Lebens den entscheidenden Wurf gewagt hat. Alles andere ist daneben gleichgültig". So lautete sein Vermächtnis. Am 21. Juli 1944 erschoss sich Henning von Tresckow.

2013 Maria Theodora von dem Bottlenberg-Landsberg

Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg - Der konservative Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Als Mitglied des konservativen Widerstandskreises vom 20. Juli 1944 bezahlte Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg sein Eintreten gegen den Nationalsozialismus mit dem Leben. Seine Tochter, Maria Theodora Freifrau von dem Bottlenberg-Landsberg, beleuchtete am 16. November 2013 in einer sehr persönlichen Rede die Weltsicht ihres Vaters. Diese war politisch von nationalistischen, föderalistischen und monarchistischen Motiven geprägt, aber in erster Linie immer die eines gläubigen Katholiken. Zu der Ambivalenz, die sich aus diesen Prägungen speist, bezog sie kritisch Stellung und zeichnete neben Widersprüchen auch Gemeinsamkeiten und Parallelen zum Gedankengut der Nationalsozialisten nach. Doch sie verteidigte auch den konservativen Widerstand gegen die fortdauernde Kritik, den Akteuren sei nicht an der Demokratie gelegen gewesen. Bottlenberg-Landsberg plädierte vielmehr dafür, dem Kampf gegen Unrecht und der Bereitschaft für die Würde des Einzelnen ein Opfer zu zahlen, einen nicht minderen Stellenwert beizumessen.

2012 Rüdiger von Voss

Hans-Alexander von Voss 1907-1944 - Im Schatten der Väter

Hans-Alexander von Voss zählte zu den Generalstabsoffizieren um Henning von Tresckow, die während des Zweiten Weltkrieges mehrfach versuchten, durch ein Attentat auf Adolf Hitler das nationalsozialistische Terrorregime zu beenden. Nach dem 20. Juli 1944 nahm sich von Voss das Leben, um Mitverschwörer nicht der Gestapo zu verraten. Sein Sohn Rüdiger stellte am 17. November 2012 das Leben dieses Widerstandskämpfers vor, das stark durch zwei Pour le Mérite-Träger geprägt wurde: durch die Großväter des Autors Hans von Voss und Joachim von Stülpnagel, die beide höchste militärische Ämter im Kaiserreich und der Weimarer Republik innehatten. Rüdiger von Voss zeigte am Beispiel seiner Familie militärisch-konservative Traditionen auf, die einzelne Offiziere in den Widerstand gegen den Nationalsozialismus führten.

2011 Berthold Schenk Graf von Stauffenberg

Auf einmal ein Verräterkind

Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, der älteste Sohn des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg, erinnerte sich an seine Kinderzeit: "Natürlich habe ich der Propaganda geglaubt, auch an den Endsieg, und wurde überhaupt mehr oder weniger zu einem kleinen Nazi." Als der damals Zehnjährige und seine Familie in den Sommerferien 1944 durch das Radio von einem "verbrecherischen Anschlag auf den Führer" erfuhren - und dass ihr Vater maßgeblich an diesem Umsturzversuch beteiligt gewesen war -, brach für ihn eine Welt zusammen. Fortan galten die Geschwister in der NS-Propaganda als "Verräterkinder". Wegen des großen Interesses war die Stauffenberg-Vorlesung mit dem Generalmajor a.D. vom Neuen Schloss in die Musikhochschule verlegt worden. Dorthin kamen am 12. November 2011 fast 700 Interessierte.

2010 Klaus von Trotha

Carl Dietrich und Margarete von Trotha - Kreisau und der Kreisauer Kreis

Klaus von Trotha, der ehemalige Wissenschaftsminister von Baden-Württemberg, referierte am 11. November 2010 über den Widerstand seiner eigenen Eltern. Er skizzierte den Kreisauer Kreis als ein engmaschiges Netzwerk aus Freunden und Verwandten. Nach seiner Darstellung bewirkte diese besondere Form der Verbindlichkeit untereinander auch, dass es der Gestapo nicht gelang, die Gruppe in ihrer Gesamtheit zu identifizieren und zu vernichten. So wurden Carl Dietrich von Trotha und seine Frau Margarethe nicht einmal festgenommen, obwohl beide aktiv an den Dokumenten mitgearbeitet hatten, in denen die Kreisauer ihre Ideen für eine neue Ordnung nach Ende des Naziregimes zusammengetragen hatten. In der 1942 vorgelegten Denkschrift "Die Gestaltungsaufgaben in der Wirtschaft" beschäftigten sich von Trotha und sein Mitautor Horst von Einsiedel unter anderem mit den Methoden der Wirtschaftslenkung. Klaus von Trotha betonte den hohen moralischen Impetus der Autoren und verwies auf die Bedeutung ihrer Überlegungen für die "Grundsätze für die Neuordnung" des Kreisauer Kreises.

2009 Alfred von Hofacker

Cäsar von Hofacker - Ein Wegbereiter für und ein Widerstandskämpfer gegen Hitler, ein Widerspruch?

Der Jurist Alfred von Hofacker näherte sich am 14. November 2009 als Zeitzeuge und zugleich mit der Distanz eines ganzen Lebens seinem Vater, dem Widerstandskämpfer Cäsar von Hofacker. Die Grundaussage: Will man aus der Geschichte lernen, dann gehört auch die Offenlegung der Umstände dazu, an die sich der Einzelne vielleicht ungern erinnert. Hofacker sagte: Gerade der junge Mensch solle wissen, dass die meisten Widerstandskämpfer weder Helden noch politische Propheten gewesen seien. Sondern vielmehr auch Menschen, die den Strömungen und Versuchungen ihrer Zeit anfänglich unterlegen waren und teilweise erst später, unter Umständen erst nach einer sehr schmerzlichen Auseinandersetzung, zu der Erkenntnis gelangten, dass sie sich politisch auf einem Irrweg befunden hatten. Cäsar von Hofacker war von seiner Familie als Widerstandskämpfer und Todesopfer des NS-Regimes auf einen Sockel gehoben worden. Doch er hatte der Gedankenwelt der Nationalsozialisten lange nahegestanden.

Diese Gedächtnisvorlesungen sind bereits erschienen:

Mein Vater Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg. Ein Konservativer im Widerstand
Maria Theodora Freifrau von dem Bottlenberg-Landsberg, Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung 2013, 52 Seiten, Broschur, 7,90 €

Im Schatten des Vaters
Rüdiger von Voss, Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung 2012, 48 Seiten, Broschur, 7,90 €

Auf einmal ein Verräterkind
Berthold Schenk von Stauffenberg, Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung 2011, Broschur, 42 Seiten, 7,90 €

Carl Dietrich und Margarete von Trotha - Kreisau und der Kreisauer Kreis
Klaus von Trotha, Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung 2010, Broschur, 75 Seiten, 9,90 €

Cäsar von Hofacker - Ein Wegbereiter für und ein Widerstandskämpfer gegen Hitler, ein Widerspruch?
Alfred von Hofacker, Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung 2009, Broschur, 58 Seiten, 8,90 €

Stauffenberg und die Junge Generation im deutschen Widerstand
Detlef Graf von Schwerin, Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung 2008, Broschur, 30 Seiten, 7,90 €

Nichts war umsonst
Hartmut von Hentig, Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung 2007, gebunden, 64 Seiten, 9,90 €

Brüder Stauffenberg
Richard von Weizsäcker, Stauffenberg-Gedächtnisvorlesung 2006, Broschur, 16 Seiten, 5,90 €