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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Kampf und Tod für die Demokratie

Erzberger-Jahr 2021

Das Erzberger-Jahr

Vor hundert Jahren erschütterte ein politischer Terroranschlag die Weimarer Republik. Rechte Nationalisten hatten den württembergischen Zentrumspolitiker Matthias Erzberger brutal im Schwarzwald ermordet. Dieser katholische Wegbereiter deutscher Demokratie zählte zu den meist gehassten Politikern seiner Zeit.

Anlässlich des hundertsten Jahrestages seiner Ermordung initiiert das Haus der Geschichte Baden-Württemberg das Erzberger-Jahr 2021. Es steht unter dem Motto "Matthias Erzberger. Kampf und Tod für die Demokratie". In mehreren Städten und Gemeinden Baden-Württembergs erinnern Museen, Geschichtsvereine, Schulen und ehrenamtliche Initiativen mit Vorträgen, Geschichtstagen, Theaterstücken und Schulprojekten an Erzberger.

Kampf und Tod für die Demokratie

Als Wegbereiter deutscher Demokratie zog sich Matthias Erzberger in vielerlei Hinsicht den Hass der Gegner der Weimarer Republik zu. Im Kaiserreich hatte er gegen den Obrigkeitsstaat für mehr Rechte der Volksvertretung gekämpft. Ab 1917 befürwortete er energisch einen Verständigungsfrieden und widersprach denen, die von einem Siegfrieden und einem deutschen Großraum-Imperium träumten. Am 11. November 1918 unterzeichnete er für Deutschland den Waffenstillstandsvertrag des Ersten Weltkriegs.

In der Revolution 1918/19 trat Erzberger vehement für die Schaffung einer parlamentarischen Demokratie ein. Als Reichsfinanzminister baute er 1919/20 das deutsche Steuer- und Finanzsystem um. Besonders sein Eintreten für einen Frieden und sein Versuch, Kriegsgewinne abzuschöpfen, machten ihn für die politische Rechte zur Hassfigur. Am 26. August 1921 wurde Erzberger im Schwarzwald Opfer eines rechten Terroranschlags.

Die Erinnerungsstätte Matthias Erzberger

In Erzbergers Geburtshaus in Münsingen-Buttenhausen erinnert eine Ausstellung an den Wegbereiter deutscher Demokratie. Inszenierte Bildräume - gestaltet durch das weltweit tätige Atelier Brückner -, Medien und originale Ausstellungstücke stellen in den engen Räumen des Geburtshauses die politische Biografie Erzbergers vor und veranschaulichen das lange Zeit umkämpfte Erinnern an ihn. 

Veranstaltungen im Erzberger-Jahr

Von Wertheim im Norden bis weit in den Süden wird im Erzberger-Jahr 2021 an den vor 100 Jahren ermordeten Politiker erinnert. Die Stadt Münsingen bietet in der Erinnerungsstätte Matthias Erzberger zahlreiche Veranstaltungen an. Biberach führt am 26. August 2021 eine Gedenkveranstaltung mit Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble sowie am 18. September 2021 einen Erzberger-Studientag durch. An vielen Orten stellen Vorträge Erzberger als Wegbereiter deutscher Demokratie vor oder thematisieren stärker das Attentat. Podiumsdiskussionen schlagen den Bogen zur Gegenwart. Theaterprojekte nehmen sich des Themas mit künstlerischen Mitteln an.

Programm

Angesichts der Pandemiesituation können sich kurzfristig Änderungen bei den angekündigten Veranstaltungen ergeben. Bitte informieren Sie sich direkt bei den jeweiligen Veranstaltern.

19.10.2021: Mörder, Unterstützer, Sympathisanten - Vortrag in Münsingen

Mörder, Unterstützer, Sympathisanten - Das Attentat auf Matthias Erzberger vor 100 Jahren

Am 26. August 1921 ermordeten Angehörige einer antirepublikanischen Geheimorganisation den ehemaligen Vizekanzler und Reichsfinanzminister Matthias Erzberger. Dieser politische Mord spaltete die junge Weimarer Republik. Die demokratischen Kräfte waren entsetzt. Nationalistische Kreise jubelten. Der Polizei in Baden und Württemberg gelang es, die Hintergründe der Tat aufzuklären. Doch die Mörder entkamen ins Ausland. Wer half ihnen? Auf welche rechten Netzwerke konnten sie sich stützen? Welche Rolle spielten Teile der bayerischen Polizei? Diesen Fragen geht der Erzberger-Biograf Dr. Christopher Dowe nach. Er arbeitet als Historiker im Haus der Geschichte Baden-Württemberg und ist Kurator der Ausstellung in der Erinnerungsstätte Matthias Erzberger.

Veranstalter: Stadt Münsingen - Stadtarchiv/Museen
Anmeldung unter: stadtarchivspamgeschützt @spamgeschützt muensingen.de oder Tel.: 07381/182-115

Vortrag in der Zehntscheuer Münsingen

Dienstag, 19.10.2021
19.00 Uhr

Zehntscheuer Münsingen
Zehntscheuerweg 11
72525 Münsingen

https://www.muensingen.de/de/Aktuelles/Veranstaltungen

28.10.2021: Ein Terroranschlag im Schwarzwald - Vortrag in Oberkirch

Ein Terroranschlag im Schwarzwald. Die Ermordung Matthias Erzbergers vor 100 Jahren in Bad Griesbach

"Attentat", "Politischer Mord" titelten am 26. August 1921 in ganz Deutschland Sonderausgaben der Tageszeitungen. DIe Nachricht vom gewaltsamen Tod des früheren Vizekanzlers und Reichsfinanzministers Matthias Erzberger verbreitet sich in Windes Eile. Rechte Gegner der Weimarer Republik hatten dem Zentrumspolitiker bei einem Spaziergang im Schwarzwald aufgelauert, wie die Ermittlungen der badischen Ermittler schnell ergaben. Doch gelang es den Tätern, sich mit Hilfe aus bayerischen Polizeikreisen ins Ausland abzusetzen. In Oppenau wurde Erzbergers Leiche nach der Obduzierung aufgebahrt, bevor sie mit der Eisenbahn zur Beisetzung nach Biberach überführt wurde. Warum sich der Hass rechter Gegner der Demokratie so auf Erzberger konzentrierte, erläutert Dr. Christopher Dowe, Erzberger-Spezialist und Ausstellungskurator am Haus der Geschichte Baden-Württemberg, in seinem Vortrag.

Veranstalter: Stadt Oberkirch
Anmeldung unter: kulturspamgeschützt @spamgeschützt oberkirch.de oder Tel.: 07802 82-245

Vortrag in der Erwin-Braun-Halle

Donnerstag, 28.10.2021
19.00-20.30 Uhr

Erwin-Braun-Halle
Querstraße 10
77704 Oberkirch

www.oberkirch.de/de/freizeit/kultur/kultur-termine-tickets

28.10.2021: „Ein schreckliches und sinnloses Ende“ - Vortrag in Münsingen

„Ein schreckliches und sinnloses Ende“ – Die Ermordung des deutschen Botschafters in Portugal Albert von Baligand 1930“

Am 7. Juni 1930 wurde der deutsche Gesandte in Portugal, Albert von Baligand, nach dem Besuch des deutschen Kreuzers „Königsberg“ im Hafen von Lissabon erschossen. Während andere zu Zeiten der Weimarer Republik verübte Attentate im Bewusstsein der Geschichtsinteressierten präsent und teilweise im Kanon der deutschen Erinnerungskultur verankert sind, ist dieses spektakuläre Verbrechen in der portugiesischen Hauptstadt bisher fast völlig unbekannt geblieben. Der Vortrag von Prof. Dr. Bernd Braun zeichnet den Mord und seine Umstände ebenso nach wie die Biographien der beiden Hauptbeteiligten: des in München geborenen und beigesetzten Diplomaten Albert von Baligand, der innerhalb des Auswärtigen Amtes zur Minderheit derjenigen gehörte, die auf dem Boden der Republik standen, und seines Mörders, des deutschen Seemanns Franz Piechowski, der 1941 im Zuge der Euthanasie getötet wurde.

Veranstalter: Stadt Münsingen - Stadtarchiv/Museen
Anmeldung unter: stadtarchivspamgeschützt @spamgeschützt muensingen.de oder Tel.: 07381/182-115

Vortrag in der Zehntscheuer Münsingen

Donnerstag, 28.10.2021
19.00 Uhr

Zehntscheuer Münsingen
Zehntscheuerweg 11
72525 Münsingen

https://www.muensingen.de/de/Aktuelles/Veranstaltungen

04.11.2021: Vom Freund-Feind-Denken zum politischen Mord - Vortrag in Münsingen

Vom Freund-Feind-Denken zum politischen Mord. Gewalt als Mittel der ideologischen Auseinandersetzung in der Weimarer Republik

Seit jeher erfreut sich das Bild von den "goldenen zwanziger Jahren" großer Beliebtheit: Kabaretts und Musikrevuen, Stars und Sternchen stehen unübersehbar für den Aufbruch in eine neue Ära. In politischer Hinsicht war die Weimarer Republik jedoch keineswegs eine goldene Zeit. Das Klima zwischen den Parteien war durch die Niederlage im Ersten Weltkrieg und die Revolution von 1918 nachhaltig vergiftet. Die politischen Lager standen sich nicht selten feindselig gegenüber und die Extremisten auf der Linken wie auf der Rechten radikalisierten sich immer mehr. Vor diesem Hintergrund zeigt der Vortrag von Dr. Carsten Kretschmann anhand ausgewählter Beispiele, wie in der Weimarer Republik eine aggressive Rhetorik öffentlichkeitswirksam wurde, die sogar Mord und Totschlag zu rechtfertigen schien und wie die Gewalt insgesamt zu einem scheinbar legitimen Mittel der Politik avancierte.

Veranstalter: Stadt Münsingen - Stadtarchiv/Museen
Anmeldung unter: stadtarchivspamgeschützt @spamgeschützt muensingen.de oder Tel.: 07381/182-115

Vortrag in der Zehntscheuer Münsingen

Donnerstag, 04.11.2021
19.00 Uhr

Zehntscheuer Münsingen
Zehntscheuerweg 11
72525 Münsingen

https://www.muensingen.de/de/Aktuelles/Veranstaltungen

09.11.2021: Hass, Hetze, Mord - Vortrag in Wertheim

Hass, Hetze, Mord. Das Attentat auf Matthias Erzberger vor 100 Jahren

Ein politischer Mord erschütterte 1921 die junge Weimarer Republik. Eine rechte antirepublikanische Geheimorganisation hatte den ehemaligen Vizekanzler und Reichsfinanzminister Matthias Erzberger im Schwarzwald ermordet. Warum der württembergische Katholik und demokratische Zentrumspolitiker Matthias Erzberger zu Beginn der Weimarer Republik so verhasst war, zeigt der Historiker Dr. Christopher Dowe vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg in seinem Vortrag am Dienstag, 9. November 2021, um 19.30 Uhr in Wertheim.

Veranstalter: Archivverbund Main-Tauber,  VHS Wertheim, Historischer Verein Wertheim

Vortrag im Staatsarchiv Wertheim

Dienstag, 9.11.2021
19.30-21.00 Uhr

Staatsarchiv Wertheim
Bronnbach 19
D–97877 Wertheim

https://www.landesarchiv-bw.de/de/aktuelles/termine/71594

25.11.2021: Erzberger - Der gehasste Versöhner - Buchpräsentation in Münsingen

Erzberger - Der gehasste Versöhner. Biografie eines Weimarer Politikers

Benjamin Dürr, Autor einer neuen Erzberger-Biografie, erzählt von seiner europaweiten Suche nach der Persönlichkeit hinter dem Politiker, der den Waffenstillstand nach dem Ersten Weltkrieg unterzeichnete und eine der bekanntesten Figuren der Weimarer Republik wurde. Er berichtet über die neuen technischen Möglichkeiten, die Herausforderungen während der Corona-Pandemie und erklärt, was eine gute Biografie ausmacht. Es kann ebenfalls das Buch der Historikerin Dr. Lindmeier-Jasch "Matthias Erzberger 1875-1921. Aufstieg und Fall des Politikers aus Württemberg" erworben werden.

Veranstalter: Stadt Münsingen - Stadtarchiv/Museen
Anmeldung unter: stadtarchivspamgeschützt @spamgeschützt muensingen.de oder Tel.: 07381/182-115

Buchpräsentation in der Zehntscheuer Münsingen

Donnerstag, 25.11.2021
19.00 Uhr

Zehntscheuer Münsingen
Zehntscheuerweg 11
72525 Münsingen

https://www.muensingen.de/de/Aktuelles/Veranstaltungen

02.12.2021: Erzberger - Eine musikalische Annäherung - Konzert in Münsingen

Erzberger - Eine musikalische Annäherung

Das Konzert sucht auf den Spuren Matthias Erzbergers den musikalischen Zugang zu Person und Zeit. Lebensaspekte und -stationen finden Spiegel und Widerhall in der Aufbruchstimmung einer musikalischen Moderne.

Veranstalter: Stadt Münsingen - Stadtarchiv/Museen in Kooperation mit der Gesellschaft der Musikfreunde Münsingen
Anmeldung unter: stadtarchivspamgeschützt @spamgeschützt muensingen.de oder Tel.: 07381/182-115

Konzert in der Zehntscheuer Münsingen

Donnerstag, 02.12.2021
19.00 Uhr

Zehntscheuer Münsingen
Zehntscheuerweg 11
72525 Münsingen

https://www.muensingen.de/de/Aktuelles/Veranstaltungen

09.12.2021: Bedrohungen, Hetze, Mord - Podiumsdiskussion in Münsingen

Bedrohungen, Hetze, Mord. Die Ermordung Erzbergers im Kontext heutiger Angriffe auf Politiker/innen - Podiumsdiskussion mit anschließender Fragerunde

Vor 100 Jahren wurde der Politiker Matthias Erzberger von rechten antidemokratischen Attentätern ermordet. Eine diffamierende Hetzkampagne war dem Mord vorausgegangen. Die Weimarer Republik war in großen Teilen der Gesellschaft von einem Freund-Feind-Denken geprägt. Auch heute nimmt die Bedrohung von Politikern/innen rasant zu. Viele Mandatsträger treten von ihrem Posten aufgrund von Beleidigungen, Diffamierungen und körperlicher Bedrohung zurück. Auch gewaltsame Angriffe nehmen zu. Die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erschütterte im Sommer 2019 die Öffentlichkeit und fachte einen breiten Diskurs an, wie sicher Politiker/innen sind und wie gefährdet die demokratische Ordnung ist. Die Diskussionsrunde versucht den Kontext der Ermordung Matthias Erzbergers in die heutige Zeit zu übertragen und fragt dabei, wie gefährdet Politiker/innen heute sind, in welchem Ausmaß die Anfeindungen und Bedrohungen zugenommen haben und welche Mechanismen es geben müsste, um dies wirkungsvoller zu bekämpfen.

An der Diskussionsrunde nehmen teil: Die Präsidentin des Landtags Baden-Württemberg Muhterem Aras, die Leiterin des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger, der Europaabgeordnete Andreas Glück, der Bundestagsabgeordnete Michael Donth sowie der Münsinger Bürgermeister Mike Münzing.
Moderation: Yannik Krebs

Veranstalter: Stadt Münsingen - Stadtarchiv/Museen
Anmeldung unter: stadtarchivspamgeschützt @spamgeschützt muensingen.de oder Tel.: 07381/182-115

Podiumsdiskussion mit anschließender Fragerunde in der Zehntscheuer Münsingen

Donnerstag, 09.12.2021
16.00 Uhr

Zehntscheuer Münsingen
Zehntscheuerweg 11
72525 Münsingen

https://www.muensingen.de/de/Aktuelles/Veranstaltungen

Vergangene Veranstaltungen

20.03.2021: Gegen den Obrigkeitsstaat und für Demokratie - digitale Tagung in Stuttgart

Gegen den Obrigkeitsstaat und für Demokratie. Matthias Erzberger in den politischen Verwerfungen seiner Zeit

Wissenschaftlicher Höhepunkt des Erzberger-Jahres 2021 ist am Samstag, 20. März 2021, das Symposion „Gegen den Obrigkeitsstaat und für Demokratie. Matthias Erzberger in den politischen Verwerfungen seiner Zeit.“ Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen neueste Erkenntnisse zu Erzberger vor. Warum dieser katholische Wegbereiter deutscher Demokratie zu den meist gehassten Politikern seiner Zeit zählte und welche tiefen gesellschaftlichen Verwerfungen beim Übergang vom obrigkeitsstaatlichen Kaiserreich zur Weimarer Republik sein politisches Wirken beeinflussten, ist Gegenstand der Tagung. Themen sind die Zwangsarbeit im Ersten Weltkrieg, der Waffenstillstand, die Erzbergersche Reichsfinanzreform wie der Kampf um die Weimarer Demokratie.
Die Tagung beginnt um 10 Uhr und endet um 17 Uhr. Sie ist eine Kooperationsveranstaltung von Haus der Geschichte Baden-Württemberg und Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Angesichts der Pandemie-Situation planen wir die Veranstaltung als digitale Tagung. Für die Anmeldung zur virtuellen Teilnahme melden Sie sich bitte bis zum 18. März 2021 an unter: veranstaltungenspamgeschützt @spamgeschützt hdgbw.de. Eine Bestätigung der Anmeldung und die technischen Angaben zur benutzten Kommunikationsplattform erhalten Sie per Mail.

 

Programm

10.15-10.30 Uhr Begrüßung und Tagungseinführung

10.30-11 Uhr Prof. em. Dr. Gabriele Clemens, Universität Hamburg: Ein Verrat an christlich-konservativen Werten? Der Kampf der Rechtskatholiken gegen das 'Erzbergertum'

11.15-12 Uhr Dr. Christian Westerhoff, Bibliothek für Zeitgeschichte: Matthias Erzbergers Kampf gegen Zwangsarbeit während des Ersten Weltkriegs

13.30-14.15 Uhr Dr. Anna Karla, Universität zu Köln: Material und Moral. Matthias Erzberger in der Ära des Wiederaufbaus

14.15-15 Uhr PD Dr. Stefanie Middendorf, Freie Universität Berlin: Arche Noah am Wilhelmsplatz? Matthias Erzberger und die Anfänge des Reichsfinanzministeriums 1919/20

15.30-16.15 Uhr Dr. Christopher Dowe, Haus der Geschichte Baden-Württemberg: Kämpfe um die Vergangenheit. Erzberger und die Deutung der Niederlage im Ersten Weltkrieg

16.15-17 Uhr Prof. Dr. Jörn Leonhard, Universität Freiburg: Demokratie, Parlament und Republik: Matthias Erzberger und die Krisenerfahrungen der deutschen Geschichte

17 Uhr Abschlussdiskussion

Digitale Tagung im Haus der Geschichte

Samstag, 20. März 2021
10 - 17 Uhr

Eine Kooperationsveranstaltung von Haus der Geschichte und Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Konrad-Adenauer-Straße 16
70173 Stuttgart

Vortrag von Prof. em. Dr. Gabriele Clemens, Universität Hamburg. Warum Matthias Erzberger für Katholiken, die sich rechts von der Zentrumspartei politisch engagierten, die verhasste Demokratie verkörperte, zeigt die Historikerin Prof. em. Dr. Gabriele Clemens.

Vortrag von Dr. Christian Westerhoff, Bibliothek für Zeitgeschichte. Inwiefern Matthias Erzbergers Eintreten gegen Zwangsarbeit während des Ersten Weltkriegs zugleich ein Kampf für einen Verständigungsfrieden war und ihn in die Konfrontation mit den Reichsleitung und den Generälen Hindenburg und Ludendorff führte, thematisiert der Leiter der Bibliothek für Zeitgeschichte Dr. Christian Westerhoff.

Vortrag von Dr. Anna Karla, Universität zu Köln. Ein weitgehend unbekanntes Kapitel deutscher Außenpolitik nach 1918 stellt die Historikerin Dr. Anna Karla. Sie spricht über deutsche Pläne, die im Ersten Weltkrieg zerstörten Gebiete der Nachbarländer wiederaufzubauen. Dabei zeigt sie die Bedeutung Matthias Erzbergers für diesem Ansatz zu einer Verständigungspolitik nach dem verlorenen Krieg.

Vortrag von PD Dr. Stefanie Middendorf, Freie Universität Berlin. Wie Matthias Erzbergers Wirken als Reichsfinanzminister 1919/20 und die Erzbergersche Reichsfinanzreform als demokratisches Regieren in Krisenzeiten verstanden werden kann, zeigt die Historikerin PD Dr. Stefanie Middendorf am 20. März 2021.

Vortrag von Dr. Christopher Dowe, Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Dass die Deutung von Geschichte nach 1918 eine politische Waffe im Ringen um Demokratie, Räteherrschaft oder Rechtsdiktatur war und welche Rolle Erzberger als demokratischer Politiker und Projektionsfläche seiner Gegner dabei spielte, zeigt der Historiker Dr. Christopher Dowe.

Vortrag von Prof. Dr. Jörn Leonhard, Universität Freiburg. Matthias Erzbergers politisches Eintreten für Demokratie, Parlament und Republik im Deutschen Kaiserreich und der frühen Weimarer Republik ordnet der Historiker Prof. Dr. Jörn Leonhard breit politisch und gesellschaftlich ein und akzentuiert die Möglichkeiten und Grenzen demokratischer Politik in diesen Krisenzeiten.

24.03.2021: Hass, Hetze, Mord - Online-Vortrag in Herrenberg

Hass, Hetze, Mord. Das Attentat auf Matthias Erzberger vor 100 Jahren

Ein politischer Mord erschütterte 1921 die junge Weimarer Republik. Eine rechte antirepublikanische Geheimorganisation hatte den ehemaligen Vizekanzler und Reichsfinanzminister Matthias Erzberger im Schwarzwald ermordet. Hass und syste­matische Hetze waren diesem Terroranschlag vorausge­gangen. Warum der württembergische Katholik und demokratische Zentrumspolitiker Matthias Erzberger zu Beginn der Weimarer Republik so verhasst war, zeigt der Referent und beleuchtet dabei zentrale Konfliktlinien der deutschen Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

Dr. Christopher Dowe arbeitet als Historiker im Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Er hat u.a. die Ausstellung der Erinnerungsstätte Matthias Erzberger im Geburtshaus des Politikers in Münsingen-Buttenhausen kuratiert und eine Erzberger-Biografie verfasst.

Veranstalter: Kulturkreis Herrenberg in Kooperation mit  der Evang. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Herrenberg

Anmeldung: bis Mittwoch, 17.03.2021, bei Kulturkreis Herrenberg/Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855, e-mail: erkenheid.rspamgeschützt @spamgeschützt t-online.de

Online-Vortrag

Mittwoch, 24.03.2021
19.30-21.00 Uhr

www.kulturkreis-herrenberg.org/programm/

09.06.2021: Ein Hassverbrechen gegen die Demokratie - Online-Vortrag

Ein Hassverbrechen gegen die Demokratie. Der Erzberger-Mord, Rechtsterrorismus und die Polizei

Vor hundert Jahren wurde Matthias Erzberger im Schwarzwald ermordet. Eine antirepublikanische Geheimorganisation hatte den Terroranschlag durchgeführt. Wie kam es zu dieser Tat? Wie ermittelte die Polizei in Württemberg und Baden? Wie konnten die Netzwerke der Mörder weiter bestehen? Das beleuchtet der Historiker und Erzberger-Biograf Dr. Christopher Dowe vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Erzberger-Jahres 2021.

Eine Kooperation von Haus der Geschichte Baden-Württemberg und Bibliothek für Zeitgeschichte im "Hotel Silber".

Vortrag im "Hotel Silber"

Mittwoch, 9. Juni 2021
19 Uhr

"Hotel Silber"
Dorotheenstraße 10
70173 Stuttgart

18.08.2021: Hass, Hetze, Mord - Hybrid-Vortrag in Mannheim

Hass, Hetze, Mord. Das Attentat auf Matthias Erzberger vor 100 Jahren

Ein politischer Mord erschütterte 1921 die junge Weimarer Republik. Eine rechte antirepublikanische Geheimorganisation hatte den ehemaligen Vizekanzler und Reichsfinanzminister Matthias Erzberger im Schwarzwald ermordet. Warum der württembergische Katholik und demokratische Zentrumspolitiker Matthias Erzberger zu Beginn der Weimarer Republik so verhasst war, zeigt der Historiker Dr. Christopher Dowe vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg in seinem Vortrag am Mittwoch, 18. August 2021, um 18 Uhr in Mannheim.

Die Veranstaltung findet als Präsenzveranstaltung  statt. Zusätzlich kann sie über einen Livestream verfolgt werden. Eine Voranmeldung bei Teilnahme vor Ort ist erforderlich. Weitere Informatioen auf der Homepage des Veranstalters.

Hybrid-Vortrag im Marchivum Mannheim

Mittwoch, 18.08.2021
18.00-19.30 Uhr

Marchivum
Archivplatz 1
68169 Mannheim

www.marchivum.de

26.08.2021: Ökumenischer Gedenkgottesdienst in Bad-Peterstal-Griesbach

Ökumenischer Gedenkgottesdienst

Vor hundert Jahren wurde Matthias Erzberger in Bad Griesbach ermordet. In der Sankt-Antonius-Kirche erinnern die Stadt Bad-Peterstal-Griesbach, die Katholische Seelsorgeeinheit Oberes Renchtal und die Evangelische Kirchengemeinde Oppenau und Bad Peterstal-Griesbach an diesen katholischen Wegbereiter deutscher Demokratie.

Veranstalter: Stadt Bad-Peterstal-Griesbach, Katholische Seelsorgeeinheit Oberes Renchtal, Evangelische Kirchengemeinde Oppenau und Bad Peterstal-Griesbach

Ökumenischer Gedenkgottesdienst in Bad-Peterstal-Griesbach

Donnerstag, 26.08.2021

Pfarrkirche St. Antonius
Kniebisstraße
77740 Bad-Peterstal-Griesbach

gemeinde.bad-peterstal-griesbach.de

26.08.2021 Gedenkveranstaltung am 100. Jahrestag der Ermordung in Biberach

Gedenken am 100. Jahrestag der Ermordung Erzbergers mit Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble

Programm

Begrüßung
Oberbürgermeister Norbert Zeidler

Moderation
Dr. Alfons Siegel

Grußworte
der Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Josef Rief (CDU) und Martin Gerster (SPD)

Zu Matthias Erzbergers letztem Aufenthalt in und um Biberach vor seiner Ermordung
Dr. Alfons Siegel

Erwin Schulhoff (1894 - 1942), Hot-Sonate 1. Satz
Tobias Groß (Saxophon) und Julius von Lorentz* (Klavier)

Erinnerungen an Ereignisse am Tag der Ermordung am 26. August 1921
Tochter Gabriele Erzberger erzählt - Originalton aus einer Hörfunksendung

Hauptvortrag Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble

Kurt Weill (1900 - 1950), Moritat von Mackie Messer
Tobias Groß (Saxophon) und Julius von Lorentz (Klavier)

Gedichtrezitation: "Nachruf" auf Erzberger von Kurt Tucholsky
Gunther Dahinten

Schlusswort
Gunther Dahinten

Weitere Informationen: www.matthias-erzberger.de

Matthias Erzberger, ehemaliger Reichsfinanzminister.
Gedenken am 100. Jahrestag der Ermordung mit Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble

Donnerstag, 26. August 2021, 18.00 Uhr
Stadthalle Biberach an der Riß

Veranstalter: Erzberger-Initiative Biberach und Arbeitskreis Entwicklungspolitik e. V. (AKE) mit freundlicher Unterstützung der Stadt Biberach 

31.08.2021: Ökumenischer Gedenkgottesdienst in Biberach

Ökumenischer Gedenkgottesdienst

Ökumenischer Gedenkgottesdienst am 100. Jahrestag der Beisetzung von Matthias Erzberger, ehemaliger Reichsfinanzminister, mit Pfarrer Karl Erzberger und Dekan Matthias Krack.

Veranstalter: Stadtpfarrkirche St. Martin in Biberach
Anmeldung erforderlich an: stmartin.biberachspamgeschützt @spamgeschützt drs.de oder Tel.: 07351/18140
Einlass nach den Corona Hygienevorschriften

Ökumenischer Gedenkgottesdienst in Biberach

Dienstag, 31.08.2021, 19 Uhr

Stadtpfarrkirche St. Martin
Kirchplatz 1
88400 Biberach an der Riß

st-martin-bc.drs.de

08.09.2021: Rechter Terror gegen die Demokratie - Vortrag in Darmstadt

Rechter Terror gegen die Demokratie. Die Ermordung Matthias Erzbergers vor hundert Jahren

Am 26. August 1921 wurde Matthias Erzberger im Schwarzwald ermordet. Eine rechten antirepublikanischen Geheimorganisation hatte das Attentat auf diesen katholischen Wegbereiter deutscher Demokratie durchgeführt. Während Republikaner entsetzt protestierten, jubelten rechte Kreise über den Mord. Warum Erzberger so polarisierte und welche Bedeutung Hass in der frühen Weimarer Republik zukam, beleuchtet der Dr. Christopher Dowe, Erzberger-Biograf und Ausstellungskurator am Haus der Geschichte Baden-Württemberg.

Eine Veranstaltung von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Regionale Arbeitsgruppe Südhessen
Anmeldung erforderlich unter: suedhessenspamgeschützt @spamgeschützt gegen-vergessen.de

Vortrag im Haus der Geschichte in Darmstadt

Mittwoch, 8.9.2021
19.00 Uhr

Haus der Geschichte
Karolinenplatz 3
64289 Darmstadt

18.09.2021 Matthias Erzberger - Biberacher Symposium

Matthias Erzberger. Leistungen, Ermordung, Spuren. Biberacher Symposium zum 100. Todestag

Programm

10.00 Uhr
Begrüßung
Kulturdezernent Dr. Jörg Riedlbauer

10.15 Uhr
Wer war Matthias Erzberger?
Dr. Christopher Dowe, Haus der Geschichte Baden-Württemberg

10.45 Uhr
Matthias Erzbergers Ermordung vor 100 Jahren und politischer Extremismus in der Gegenwart
Prof. Dr. Thomas Schnabel, Universität Heidelberg

11.30 Uhr
Diskussion

12.30 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr: Parallele Panels
Erzberger als Finanzreformer und Wegbereiter der Demokratie
Matthias Erzberger und Biberach?
Erzbergers Wende zum Verständigungspolitiker und seine Lehren für den Weltfrieden

15.30 Uhr
Kaffeepause

16.00 Uhr: Plenum
Podiumsgespräch mit Berichten aus den Panels und Diskussion mit dem Publikum
Moderation: Dr. Hendrik Groth, Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung

18.00 Uhr
Ende der Veranstaltung

Anmeldung (bis 3.9.2021):

Kulturdezernat Biberach, kulturdezernatspamgeschützt @spamgeschützt biberach-riss.de

Biberacher Symposium

Veranstalter: Stadt Biberach mit der Matthias-Erzberger-Initiative Biberach

Ort: Stadthalle Biberach
Theaterstraße 4 – 8
88400 Biberach

Förderung

Das Erzberger-Jahr 2021 wird finanziell unterstützt durch das Bundesjustizministerium und den Verein Weimarer Republik.