/  / 

Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Sonderausstellung

Gier

HdGBW aktuell

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg hat seit dem 27. Mai 2021 wieder geöffnet. Durch das Sinken der Inzidenzwerte ist die Vorlage eines Negativtest-, Impf- oder Genesenennachweises  für den Eintritt nicht mehr notwendig.

Führungen für die Ausstellungen können ab sofort wieder beim Besucherdienst gebucht werden. Für die Dauerausstellung im Haus der Geschichte und für "Gier. Was uns bewegt" sind 19 Teilnehmende zugelassen, für die Ausstellung "Attentat. Stauffenberg" 9 Personen (jeweils zzgl. Guide).

Gier. Was uns bewegt

Ausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg bis 19.9.21

Die Schau führt in ein Dickicht der Gefühle. Gier-Geschichten aus drei Jahrhunderten - von raffgierigen Fürsten über habsüchtige Kolonialisten bis zu leidenschaftlichen Sammlern - sind in einer außergewöhnlich inszenierten Ausstellung miteinander verbunden und voneinander getrennt. Ganz konkret und dennoch schwer fassbar wie die Gier selbst. Denn so verwerflich die Gier nach Geld, Wohlstand und Konsum scheint - sie sorgt für die Dynamik einer Marktwirtschaft. Ebenso wie die Gier nach Wissen, Weiterentwicklung und Erfolg.

Die Ausstellung ist der erste Teil einer zweijährigen Trilogie zu den Gefühlen Gier, Hass und Liebe.

Auf dieser Seite:

Öffnungszeiten
Di bis So. 10 - 18, Do bis 21 Uhr
Mo geschlossen
Öffnungszeiten an Feiertagen

Eintrittspreise
Erwachsene 5 Euro
Ermäßigt 2,50 Euro
Schüler frei
Details zu den Preisen

Ein Katalog zur gesamten Ausstellungstrilogie erscheint 2022.

Die Ausstellung

Virtueller Blick in die "Gier"

Bewegen Sie das Bild mit gedrückter linker Maustaste für eine 360°-Ansicht. Mit dem Scroll-Rad können Sie ein- oder auszoomen. Sollte es bei Mobilgeräten Darstellungsprobleme geben, empfehlen wir den Browser "Chrome".

Gier-Geschichten aus der Ausstellung

Ob Habgier oder Sensationslust, Ehrgeiz oder Sammelleidenschaft, Geltungsbedürfnis oder Forscherdrang - Gier ist und war schon immer ein starker Antrieb. Die Ausstellung zeigt von der Ausplünderung reicher Kirchengüter im frühen 19. Jahrhundert bis zum heutigen Streben nach Aufmerksamkeit und Schönheit 30 Gier-Geschichten aus dem deutschen Südwesten. Hier zeigen wir eine kleine Auswahl.

Zwei Raffzähne

Mit Kirchenland und Reichsstädten entschädigte Napoleon 1803 seine Nachbarn dafür, dass sich Frankreich Gebiete links des Rheins einverleibte. Der württembergische Herzog und spätere König Friedrich holte hemmungslos alles, was nicht niet- und nagelfest war, aus den Reichsabteien und Klöstern. Einen Großteil des konfiszierten Silbers ließ er für ein prächtiges Tafelservice einschmelzen. Davon sind nur noch zwölf Teller erhalten, weil 1937 ein weiterer Raffzahn auf den Plan trat. Der NS-Reichsstatthalter Wilhelm Murr beschlagnahmte das Silber, das zu einem neuen Prunkservice umgearbeitet wurde. Dieses überstand den Zweiten Weltkrieg allerdings nicht. 

Säkularisierter Schatz: ein Teller aus dem Prachtservice von König Friedrich I., für das er Klostersilber einschmelzen ließ. (Foto: Landesmuseum Württemberg)
Der Rottweiler Pulverkönig: Mit Schießpulver brachte es Max Duttenhofer zu großem Reichtum und Einfluss. (Foto: Daniel Stauch / HdGBW)

Der unersättliche Pulverkönig

Aus einer Pulvermühle im Neckartal bei Rottweil machte Max Duttenhofer ab 1870 eine ständig wachsende Fabrik. Dank glänzender Beziehungen sicherte er sich das Monopol für Pulver in Deutschland, produzierte zudem in der Nähe von Hamburg und in Russland und verkaufte weltweit. Das reichte ihm nicht. Er kontrollierte andere Unternehmen, drängte zeitweise Gottlieb Daimler aus dessen eigner Firma. 1903 wurde er unter mysteriösen Umständen erschossen.

Medienberichte:

Eine sensationelle Groteske

Alle waren getrieben von Habgier oder Sensationslust: der Fälscher, der Reporter, der Verlag, die Medien, das Publikum. Der Fall der gefälschten "Hitler-Tagebücher" aus dem Jahr 1983 ist ein Paradebeispiel für Gier, die alle Sinne vernebelt. Er begann mit der Hoffnung auf einen sensationellen Scoop und endete als einer der größten Skandale der deutschen Pressegeschichte. Die Groteske kostete das Magazin "Stern" Ruf, Auflage und viele Millionen Mark.

Ebenso falsch wie berühmt: eines der angeblichen Hitler-Tagebücher aus der Feder von Konrad Kujau. (Foto: Axel Thünker, Haus der Geschichte, Bonn)
Exklusive Schuhe: Eine Wand voller Sneaker ist in der Ausstellung zu sehen. (Foto: Haus der Geschichte Baden-Württemberg / Daniel Stauch)

Die Leidenschaft des Sammlers

Die Jagd nach seltenen Sneakern und der Moment, das Paar endlich in Händen zu halten: Das macht für Danijel Balasević den Reiz am Sammeln aus. Zunächst ging es ihm um den einen Lieblingsschuh, dann um die Menge. Schließlich kam die Vorliebe für bestimmte Marken. Nun geht es um komplette Kollektionen.

.

 

 

Gier. Hass. Liebe. Eine Trilogie

Gier, Hass und Liebe treiben Menschen an. Sie bringen uns zusammen und trennen uns, entwickeln Gesellschaften weiter und ruinieren sie - in der Geschichte und in der Gegenwart. Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg widmet diesen Schlüssel-Emotionen eine zweijährige Ausstellungstrilogie.

Die Besucherinnen und Besucher erwarten emotionale Ausstellungserlebnisse mit außergewöhnlichen Originalobjekten und Geschichten aus dem Südwesten. Warum erschien das, was heute als verabscheuungswürdig gilt, früher vielen als notwendig? Und wie beurteile ich selbst welche Formen von Gier, Hass und Liebe? 

Das Haus der Geschichte motiviert in allen Teilen der Trilogie dazu, sich zu historischen Vorgängen und zum eigenen Verhalten eine Meinung zu bilden, Stellung zu beziehen – und Teil der Ausstellung zu werden. Die Ausstellungen zu Gier, Hass und Liebe gehen thematisch ineinander über und sind konzeptionell, gestalterisch und medial eine Einheit. Sie zeigen, wie diese Emotionen Gesellschaften prägen, und wie die Gesellschaft diese Emotionen beim Einzelnen auslöst.

.

Das eMotions-Projekt

Künstlerinnen und Künstler, Hochschulen und Amateurensembles arbeiten beim Projekt eMotions gemeinsam mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zur Trilogie "Gier. Hass. Liebe". Die Akteurinnen und Akteure bringen ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen ein, die zu den historischen Themen Verbindung aufnehmen. Für "Gier. Was uns bewegt" haben Studierende der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (Koordination und Leitung: Prof. Angelika Luz) Performances und der Komponist Adrian Laugsch eine Installation entwickelt.

Gefördert durch das Sonderprogramm "Gesellschaftlicher Zusammenhalt - Förderung von künstlerischen und kulturellen Projekten" des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

.

Gierig auf Geschichte und leckere Schokolade? Das Geschenk zur Ausstellung

Verschenken Sie Emotionen mit unserem "Goldschatz-Paket": Es enthält zwei Ticketgutscheine für die Sonderausstellung "Gier. Was uns bewegt"* und eine große Tafel "Goldschatz" von Ritter Sport zum Preis von insgesamt 10 Euro.

Sie sparen - und tun dabei auch noch Gutes: 5 Euro aus jedem "Goldschatz-Paket" kommen der Kinder- und Jugendbildung zugute. Mit dem Erlös können Schulklassen kostenlos Vermittlungsangebote zur Ausstellung oder den Workshop "Rassismus in Geschichte und Gegenwart" besuchen.

Das "Goldschatz-Paket" kann im Touristinformation iPunkt Stuttgart (Königstraße 1A, 70173 Stuttgart) erworben oder bei unserem Besucherdienst (besucherdienstspamgeschützt @spamgeschützt hdgbw.de) gegen Vorkasse bestellt werden (zzgl. 1,55 € Porto).

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg dankt Ritter Sport herzlich für die freundliche Unterstützung dieser Aktion!

* Die Ticketgutscheine können auch zu den weiteren Ausstellungen der Emotionen-Trilogie eingelöst werden. "Hass" startet am 17. Dezember 2021.

Medienberichterstattung zur Ausstellung