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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Ausstellungen

In Vorbereitung

Gier. Was uns bewegt.

Sonderausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg vom 6. Dezember 2020 bis zum 30. Mai 2021
Der erste Teil der 
Ausstellungstrilogie Gier.Hass.Liebe.

Gier, Hass und Liebe treiben Menschen an. Sie bringen uns zusammen und trennen uns, entwickeln Gesellschaften weiter und ruinieren sie - in der Geschichte und der Gegenwart. Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg widmet diesen Schlüssel-Emotionen ab Dezember 2020 eine zweijährige Ausstellungstrilogie.

Den Anfang macht die Gier: Für die katholische Kirche ist sie eine der sieben Todsünden. Doch so schlecht die Gier nach Geld, Wohlstand und Konsum meist beurteilt wird - sie sorgt für die Dynamik einer Marktwirtschaft. Ebenso wie die Gier nach Wissen, Weiterentwicklung und Erfolg. Und wer teilt nicht die Gier nach Liebe, Anerkennung und Freundschaften? Wozu führte die Gier in Coronazeiten?

Gier war der Handlungsmotor, als sich die Fürsten im frühen 19. Jahrhundert an den reichen Kirchengütern bedienten, für die Ausbeutung deutsch besetzter Gebiete in Afrika hundert Jahre später, für die heutige Umweltzerstörung und für Wirtschaftskriminalität. Das Haus der Geschichte zeigt, wie schamlos sich viele in der NS-Zeit an der Ausplünderung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger beteiligten, wie Menschen aus anderen Erdteilen zu Objekten der Sensationslust gemacht wurden oder wie ein gieriger Unternehmer aus Ettlingen das halbe Land narrte. Es geht aber auch um Rekorde, Forschung und Fortschritt.

Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein emotionales Ausstellungserlebnis. Warum erschien das, was heute als verabscheuungswürdig gilt, früher vielen als notwendig? Und wie beurteile ich selbst welche Art der Gier? Wie krass ist der Sneakers-Sammler? Steckt auch in mir eine kleine Shopping-Queen?

Das Haus der Geschichte motiviert in allen Teilen der Trilogie dazu, sich zu historischen Vorgängen und zum eigenen Verhalten eine Meinung zu bilden, Stellung zu beziehen - und Teil der Ausstellung zu werden. Die Ausstellungen zu Gier, Hass und Liebe gehen thematisch ineinander über und sind konzeptionell, gestalterisch und medial eine Einheit. Sie zeigen, wie diese Emotionen Gesellschaften prägen, und wie die Gesellschaft diese Emotionen beim Einzelnen auslöst.

Umbau der "Landesgeschichte(n)"

Die Dauerausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg wird ständig erneuert und aktualisiert. Die Wissenschaftsabteilung befindet sich derzeit im Umbau und soll im Sommer 2020 neu gestaltet wieder eröffnet werden. Im kommenden Jahr werden die Abteilungen von der Nachkriegszeit bis zum Museum der Gegenwart neu konzipiert.

Wir suchen Geschichte(n) - Sammlungsaufruf

Für die neue Abteilung 1945 bis 2022 suchen wir nach Objekten zu mehreren Themen:

Tarifauseinandersetzungen in der Metallindustrie 1963 und 1971: Wer hat noch Transparente oder andere Objekte von den großen Demonstrationen? "Wer heute aussperrt / sperrt morgen ein!" - "Erst wenn wir es wollen / werden Mercedes rollen!" - "8 Prozent ist unsere Forderung!", hießen einige der Parolen.

Arbeitsmigration: Die Geschichte der Menschen, die aus dem Ausland nach Baden-Württemberg einwanderten, um zu arbeiten, soll ein stärkeres Gewicht erhalten. Besonders die Arbeitsmigranten und -migrantinnen, die von 1955 bis 1973 aus Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei und Jugoslawien nach Baden-Württemberg kamen, trugen zum wirtschaftlichen Wachstum im Südwesten bei.Wir suchen Objekte von "Gastarbeitern" und "Gastarbeiterinnen": Gegenstände, Fotos oder Dokumente, die die Erinnerung an die alte Heimat veranschaulichen, die Ankunft im deutschen Südwesten, Freundschaften am Arbeitsplatz und im Verein, aber auch das Engagement bei Streiks. Wer hat noch Schilder, Flugblätter oder Transparente von Protesten gegen niedrige Löhne, schlechte Wohnbedingungen oder rassistische Übergriffe?

Corona: Noch Mitte März 2020 wirkten Mund-Nase-Schutzmasken im Südwesten exotisch. Zwei Monate später waren sie Pflicht. Ob selbst genäht oder bedruckt, mit originellem Motiv oder politischer Botschaft - das Haus der Geschichte suchte Masken mit Geschichte(n). Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Bilder schicken und die Masken für das Museum der Gegenwart leihen, sobald sie nicht mehr gebraucht werden. Die Zeit der Corona-Krise wird in der Abteilung 1945-2022 ein wichtiges Thema sein.

Wer uns helfen kann, wende sich bitte an die Kuratorin Dr. Sabrina Müller: sabrina.mueller(at)hdgbw.de