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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Ausstellungen

In Vorbereitung

Hass. Was uns bewegt

Sonderausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg vom 17. Dezember 2021 bis zum 24. Juli 2022
Der zweite Teil der Ausstellungstrilogie Gier.Hass.Liebe.

Gier, Hass und Liebe treiben Menschen an. Sie bringen uns zusammen und trennen uns, entwickeln Gesellschaften weiter und ruinieren sie - in der Geschichte und der Gegenwart. Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg widmet diesen Schlüssel-Emotionen 2021 bis 2023 eine zweijährige Ausstellungstrilogie. Der "Gier" wird der "Hass" folgen:

Hetze und Drohungen werden mörderische Realität. Die Mehrheit nimmt Minderheiten Rechte und Würde. Lebende und Tote werden von Menschen zu Objekten.

Hass! Er speist sich aus Angst, Neid und Verachtung in einer Gesellschaft. Er richtet sich gegen das, was fremd erscheint, und das, was ganz nahe liegt. Hass gehörte und gehört zum Alltag. Er äußert sich in Rassismus und Sexismus. Er richtet sich gegen "Ungläubige" und gegen "das System".

Viele Formen des Hasses begleiten uns durch die Geschichte: Angriffe auf die jüdische Bevölkerung gab es vor Jahrhunderten und gibt es heute. Rechtsextreme mordeten in der Weimarer Republik und in der Bundesrepublik. Aber die "Erbfeindschaft" zu Frankreich zeigt, wie Hass überwunden werden kann.

Die außergewöhnlich inszenierte Ausstellung zeigt rund 200 Hass-Objekte aus 200 Jahren. Und sie stellt Fragen: Wie können wir mit bedrohlichem Hass umgehen? Darf Hass eine Antwort auf Hass sein? Und gibt es sogar einen guten Hass - etwa wenn er sich gegen Unterdrücker richtet?

Das Haus der Geschichte motiviert in allen Teilen der Trilogie dazu, sich zu historischen Vorgängen und zum eigenen Verhalten eine Meinung zu bilden, Stellung zu beziehen - und Teil der Ausstellung zu werden. Die Ausstellungen zu Gier, Hass und Liebe gehen thematisch ineinander über und sind konzeptionell, gestalterisch und medial eine Einheit. Sie zeigen, wie diese Emotionen Gesellschaften prägen, und wie die Gesellschaft diese Emotionen beim Einzelnen auslöst.

Umbau der "Landesgeschichte(n)"

Die Dauerausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg wird ständig erneuert und aktualisiert. Die Wissenschaftsabteilung befindet sich derzeit im Umbau und soll neu gestaltet wieder eröffnet werden. Im kommenden Jahr werden die Abteilungen von der Nachkriegszeit bis zum Museum der Gegenwart neu konzipiert.

Wir suchen Geschichte(n) - Sammlungsaufruf

Für die neue Abteilung 1945 bis 2022 suchen wir nach Objekten zu mehreren Themen:

Tarifauseinandersetzungen in der Metallindustrie 1963 und 1971: Wer hat noch Transparente oder andere Objekte von den großen Demonstrationen? "Wer heute aussperrt / sperrt morgen ein!" - "Erst wenn wir es wollen / werden Mercedes rollen!" - "8 Prozent ist unsere Forderung!", hießen einige der Parolen.

Arbeitsmigration: Die Geschichte der Menschen, die aus dem Ausland nach Baden-Württemberg einwanderten, um zu arbeiten, soll ein stärkeres Gewicht erhalten. Besonders die Arbeitsmigranten und -migrantinnen, die von 1955 bis 1973 aus Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei und Jugoslawien nach Baden-Württemberg kamen, trugen zum wirtschaftlichen Wachstum im Südwesten bei.Wir suchen Objekte von "Gastarbeitern" und "Gastarbeiterinnen": Gegenstände, Fotos oder Dokumente, die die Erinnerung an die alte Heimat veranschaulichen, die Ankunft im deutschen Südwesten, Freundschaften am Arbeitsplatz und im Verein, aber auch das Engagement bei Streiks. Wer hat noch Schilder, Flugblätter oder Transparente von Protesten gegen niedrige Löhne, schlechte Wohnbedingungen oder rassistische Übergriffe?

Wer uns helfen kann, wende sich bitte an die Kuratorin Dr. Sabrina Müller: sabrina.mueller(at)hdgbw.de