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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Ausstellungen

Projekte

Hotel Silber

Das Gebäude der ehemaligen Gestapo-Zentrale in Stuttgart soll zu einem Ort des historisch-politischen Lernens werden.

Das "Hotel Silber" ist als ehemaliger Sitz der württembergischen Gestapo ein historischer Ort, ein Ort des bürokratisch organisierten NS-Terrors und somit Inbegriff des NS-Unrechtsregimes. Bereits vor 1933 und auch nach 1945 beherbergte das Gebäude bis in die 1980er Jahre hinein die Polizei. Diese kontinuierliche Nutzung in der Weimarer Republik, in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik mit ihren Übergängen und Brüchen soll eines der prägenden Themen der geplanten Einrichtung werden. Das Haus der Geschichte hat die Trägerschaft des künftigen Lern- und Erinnerungsortes inne. Einmalig ist die Bürgerbeteiligung. Die Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V. ist in die Konzeption und wird in den Betrieb eingebunden. Das Land Baden-Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart finanzieren die Einrichtung.

Zum "Hotel Silber" hat das Haus der Geschichte bereits einen "virtuellen Geschichtsort" geschaffen, der für den Online-Grimme-Award nominiert worden war.

Überlebensgeschichten von A bis Z

Das Haus der Geschichte blickt aus der Perspektive von Geflüchteten auf das Land

Aus dem "Baden-Württemberg-ABC" werden vom 19. Februar 2017 bis zum 8. April 2018 "Überlebensgeschichten von A bis Z". Bisher waren in den 26 Vitrinen im Eingangsbereich des Hauses der Geschichte in Stuttgart typisch baden-württembergische Dinge zu sehen. Nun wird die Perspektive umgedreht: Es geht darum, wie nach Baden-Württemberg Geflüchtete ankommen. Die neuen Ausstellungsstücke erzählen von den Gefahren der Flucht und von dem Ringen um ein Bleiberecht, aber auch von neuen Bildungsperspektiven und dem Miteinander in selbstorganisierten Gruppen.

Zwangsarbeiterbaracke

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg hat in einem Gebäude aus der NS-Zeit in Wackershofen eine Ausstellung eingerichtet.

Das Haus der Geschichte hatte mit Hilfe des Hohenloher Freilandmuseums die einstige Einheitsbaracke des Reichsarbeitsdienstes im Jahr 2000 in Schwäbisch Hall-Hessental vor dem Abriss bewahrt und eingelagert. 2012/13 ist sie auf dem Gelände des Freilandmuseums Wackershofen wieder aufgebaut worden. Inzwischen hat das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in der Baracke eine Ausstellung eingerichtet. Sie widmet sich den Zwangsarbeitern sowie ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen, informiert über die Architektur der einst massenhaft hergestellten Baracke und erzählt von der Verwendung der Baracke in der Nachkriegszeit, als dort Flüchtlinge und Vertriebene einzogen.

Der schlicht gestaltete Gedenkraum in der Albertville-Realschule für die Opfer des Amoklaufs (Fotos: Stadt Winnenden; Haus der Geschichte / Rose Hajdu, HdG)

Gedenkraum Winnenden

Die Albertville-Realschule hat einen nicht öffentlichen Gedenkraum für die Opfer des Amoklaufs in Winnenden erhalten.

Das Klassenzimmer, in dem am 11. März 2009 die ersten tödlichen Schüsse des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen fielen, haben ein Arbeitskreis der Schule und das Haus der Geschichte gemeinsam mit dem Bühnenbildner und Architekten Hans Dieter Schaal zum Gedenkraum umgestaltet. In einem zweijährigen Prozess entstand ein Konzept, das die Getöteten in den Mittelpunkt rückt und ihnen nahe stehenden Menschen Platz für Trauer und Erinnerungen gibt. Für jedes der 15 Opfer des Mörders steht nun ein Gedenkpult mit Bild und Namen in dem schlichten, introvertiert wirkenden Raum. Dort, wo einst die Tafel stand, ist jetzt ein Steinfeld - etwas Überzeitliches, ein Symbol der Sprachlosigkeit.