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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

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Die Weimarer Republik

Die Weimarer Republik in der Zeitleiste

In einem nie dagewesenen Ausmaß erlebte Deutschland nach der militärischen Niederlage und dem Sturz der Monarchien im November 1918 politisch motivierte Gewalt, Massenaufmärsche und politische Morde. Die erste deutsche Demokratie schuf neue Freiräume, sicherte Männern und Frauen Grundrechte und politische Mitbestimmung, doch von Anfang an war die Republik Angriffen von rechts und links ausgesetzt. Für den demokratischen Nachkriegsstaat wurden die mentalen und finanziellen Folgen der Kriegsniederlage zur enormen Belastung. Wirtschaftliche Krisen und Massenarbeitslosigkeit beschleunigten den Vertrauensverlust in die Demokratie. Die Nationalsozialisten schürten das Krisenbewusstsein und versprachen Abhilfe.

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Aus unseren Ausstellungen und Projekten

Vertrauensfragen. Der Anfang der Demokratie im Südwesten 1918-1924

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Ausstellung im Haus der Geschichte 2018/19

Politik benötigt Vertrauen - früher wie heute: 1918 war nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg das Vertrauen in den Staat völlig zerstört. Die Ausstellung "Vertrauensfragen" blickte darauf, wie aus der Revolution die erste Demokratie in Baden und Württemberg entstand, die um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger warb. Sie machte die Leistungen und Anstrengungen, die Hoffnungen und Träume, die Schwierigkeiten und Ängste der Frauen und Männer in dieser Zeitenwende sichtbar. Gleichzeitig regte sie mit Interviews und Mitmacheinheiten zum Nachdenken und Diskutieren über die vielzitierte Vertrauenskrise der Demokratie heute an.

Die Schau berichtete von Frauenrechten und Erziehungsexperimenten, von Gewaltexzessen württembergischer Freiwilligenverbände und davon, wie eine Gewehrfabrik zum Kleinstwagenproduzenten wurde. Die Große Landesausstellung beleuchtete, wie das Vertrauen in politische Institutionen, in den Sozialstaat, in die neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung entstand und schwand, wer Misstrauen und Gewalt säte, wer Vertrauen fasste und wer enttäuscht wurde.

Matthias Erzberger - Kampf und Tod für die Demokratie

Als Wegbereiter deutscher Demokratie zog sich Matthias Erzberger in vielerlei Hinsicht den Hass der Gegner der Weimarer Republik zu. Im Kaiserreich hatte er gegen den Obrigkeitsstaat für mehr Rechte der Volksvertretung gekämpft. Ab 1917 befürwortete er energisch einen Verständigungsfrieden und widersprach denen, die von einem Siegfrieden und einem deutschen Großraum-Imperium träumten. Am 11. November 1918 unterzeichnete er für Deutschland den Waffenstillstandsvertrag des Ersten Weltkriegs.

In der Revolution 1918/19 trat Erzberger vehement für die Schaffung einer parlamentarischen Demokratie ein. Als Reichsfinanzminister baute er 1919/20 das deutsche Steuer- und Finanzsystem um. Besonders sein Eintreten für einen Frieden und sein Versuch, Kriegsgewinne abzuschöpfen, machten ihn für die politische Rechte zur Hassfigur. Am 26. August 1921 wurde Erzberger im Schwarzwald Opfer eines rechten Terroranschlags.

Frauen haben erstmals die Wahl

Es war eine Zeit der Premieren: Als eines der ersten Ergebnisse der Revolution hatte in Berlin der Rat der Volksbeauftragten am 12. November 1918 das Frauenwahlrecht verfügt. In Baden durften knapp zwei Monate später, am 5. Januar 1919, an der Wahl zur Nationalversammlung teilnehmen - einen Monat, bevor die Württembergerinnen an die Urne schritten. Und Badenerinnen taten es eifrig: Die hohe Beteiligung von 88 Prozent der Wahlberechtigten war wesentlich ihnen zu verdanken. Doch selbst gewählt wurden nur wenige Frauen: Von den 107 Abgeordneten waren gerade einmal neun weiblich.

Dafür hat sich eine Frau aus Baden in die Geschichtsbücher geschrieben - beziehungsweise gesprochen: Marianne Weber Als erste Frau hielt sie am 15. Januar 1919 eine Rede zur Eröffnung der Badischen Nationalversammlung im Karlsruher Ständehaus. Die 48jährige Abgeordnete der liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) war damit die allererste Rednerin in einem deutschen Parlament überhaupt.

Links zur Weimarer Republik

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