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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

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Die Revolution und ihre Folgen

Revolutionen in der Zeitleiste

Die Revolution begann in Mannheim. Nach dem Sturz des französischen Königs forderten am 27. Februar 1848 über 2.000 Menschen weitgehende Veränderungen: Volksbewaffnung, Pressefreiheit, Schwurgerichte und ein deutsches Parlament.

Die Bauern drängten sofort auf die Beseitigung der alten Vorrechte des Adels. Ausschreitungen und Drohungen sorgten für eine rasche Durchsetzung der Forderungen.

Die Revolution mobilisierte die Menschen. Zehntausende besuchten Volksversammlungen. Auch in Dörfern entstanden politische Vereine. Zeitungen und Flugblättern sorgten für eine bis dahin unbekannte Masse an Informationen. Eine radikale Minderheit wollte sich damit nicht begnügen und kämpfte mit der Waffe für die Republik. Doch die von Friedrich Hecker, Gustav Struve und Gottlieb Rau angeführten Aufstände scheiterten an der militärischen Stärke der Gegner.

Die Reichsverfassung vom März 1849 schien den Erfolg der Revolution zu sichern. Aber Preußen lehnte sie ab. Die Entscheidung fiel in Baden. Nach der Flucht des Großherzogs übernahmen die Demokraten die Macht. Preußen griff an und besiegte die Revolution. Für viele bedeutete dies Verfolgung und Flucht. Erst die Amnestie von 1862 zog einen Schlussstrich.

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Was blieb von der 1848er-Revolution?

Den 1848ern blieb eine undankbare Rolle in der deutschen Geschichte: Auch wenn sie als Vorbilder gelobt werden, ist ihre Revolution gescheitert. Und bis auf wenige Köpfe gerieten sie in Vergessenheit. Dabei war die "Verkündung der Grundrechte des deutschen Volkes" ein Meilenstein. Die Rechte, die Reichsverweser Erzherzog Johann am 27. Dezember 1848 unterzeichnete, sind bis heute grundlegend für unsere Freiheitsrechte. Etliche der Verfasser kamen aus dem deutschen Südwesten, darunter der Heidelberger Professor Robert Mohl, Friedrich Daniel Bassermann und Karl Theodor Welcker.

Das Königreich Württemberg setzte als erster Staat die Grundreichte bereits am 17. Januar 1849 verbindlich in Kraft. Baden folgte einen Tag später. Aber Österreich, Preußen, Bayern und andere Staaten verweigerten die Verkündung und ließen damit die Bewegung scheitern - vorerst.

Spinner oder Visionär? – Gottlieb Rau und die Republik

Am Sonntag, dem 24. September 1848, war für Gottlieb Rau der große Tag gekommen. Im Auftrag der Demokratie wollte er von Rottweil den "ganzen Schwarzwald" zum Volksfest nach Cannstatt führen. Von Metzingen bis Hall rief er die Bürger auf, ebenfalls zu kommen. Auf dem Wasen sollte die Monarchie abgeschafft und die Volkssouveränität friedlich proklamiert werden. Doch kaum aufgebrochen, schreckten seine Anhänger vor den Bajonetten des Königs zurück und kehrten schon in Balingen um.

Zu Raus Visionen zählte der Aufstieg Württembergs von einem Hunger leidendem Agrarland zu einer wohlhabenden Industrieregion. Er selbst zahlte einen hohen Preis für seinen Traum. Nach 28 Monaten Haft auf dem Hohenasperg wurde er 1851 zu 13 Jahren Zuchthaus verurteilt. Zwei Jahre später wurde er in die USA abgeschoben. In New York eröffnete Gottlieb Rau einen Gasthof, der zur Anlaufstelle für notleidende deutsche Emigranten wurde. Ein amerikanischer Traum ohne Happy End - bereits 1854 starb Rau.

Ein Hut wird zur Marke

Aufständische die in Süditalien machten 1820 breitkrempige Schlapphüte zu einem überregional bekannten, revolutionären Symbol. 1848/49 zeigten sich auch deutsche Demokraten mit "Kalabreser". Vor allem beim populärsten badischen Freischarführer wurde der Hut zum Markenzeichen: Friedrich Hecker. Schlapphut und Bart dienten seiner Stilisierung zum "edlen Räuber" à la Robin Hood. Der "Heckerhut" entwickelte sich vor allem in Süddeutschland zu einem Ausweis demokratischer Überzeugung. Bis heute gibt es Abwandlungen in vielen Formen und Farben - wie die Ausstellung "Hut ab!" zeigte.

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