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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

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Territoriale Revolution

Die Territoriale Revolution in der Zeitleiste

Die kleinstaatliche Welt Südwestdeutschlands wurde durch die Revolutionskriege Frankreichs und das Machtstreben Napoleons grundlegend umgestaltet. Die Neuordnung von Herrschaftsgebieten kam einer territorialen Revolution gleich. 1803 hob der Reichsdeputationshauptschluss die politische Eigenständigkeit von Reichsstädten und geistlichen Herrschaften auf (Mediatisierung und Säkularisierung). 1805 mussten Österreich und zahlreiche weltliche Fürsten Gebiete abtreten. 1806 schlossen sich 16 deutsche Staaten zum Rheinbund zusammen. Das besiegelte das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Baden und Württemberg gewannen in der napoleonischen Ära an Rang und erreichten den heutigen territorialen Umfang. Die kleinen Fürstentümer Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen blieben als selbständige Staaten erhalten. Der Preis für den Aufstieg war die Teilnahme an den napoleonischen Feldzügen. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 schlossen sich die vier südwestdeutschen Staaten der antinapoleonischen Koalition an. 1815 traten sie dem Deutschen Bund bei.

Alle Epochen im Überblick

Aus unseren Ausstellungen und Projekten

Die Mütze der Revolution

Die Kopfbedeckung wurde zum Symbol nicht nur der Französischen, sondern für die Revolution schlechthin: die sogenannte Jakobinermütze - die Filzkappe freigelassener Sklaven im antiken Römischen Reich plus Knick und blauweißroter Kokarde. Revolutionsgegner in Frankreich und Europa schmähten sie als "Blutmütze", die für revolutionären Terror stehe.

Die Mütze war in der Ausstellung "Hut ab! Pickelhaube, Pussyhat und andere Kopfgeschichten" im Haus der Geschichte zu sehen. Sie ist um 1795 genäht worden. Zu dieser Zeit stand die kleinstaatliche Ordnung im deutschen Südwesten vor ihrem Ende.

Eine Fürstin bleibt souverän

Napoleon ermöglichte seinen Verbündeten Baden und Württemberg, zahlreiche Gebiete zu schlucken. Nur die winzigen Hohenzollern-Fürstentümer Sigmaringen und Hechingen blieben trotz aller Begehrlichkeiten der großen Nachbarländer selbständig. Hohenzollern-Sigmaringen konnte vor allem dank seiner eigenwilligen Fürstin Amalie Zephyrine die Souveränität bewahren. Sie nutzte geschickt ihre Beziehungen zum französischen Hof und die Freundschaft zu Joséphine Bonaparte. So zahlte sich aus, dass Amalie Zephyrine in jungen Jahren der Enge des Sigmaringer Fürstenhofs entflohen war und in Paris ein geselliges Adelsleben geführt hatte.

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