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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

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Der Vormärz

Der Vormärz in der Zeitleiste

Das Inkrafttreten der Verfassungen beendete in Baden (1818) und in Württemberg (1819) die Zeit der Neugliederung. Die Fürsten behielten zwar die höchste staatliche Gewalt versprachen aber ihre Machtausübung zu beschränken. Mit der Garantie von Grund- und Wahlrechten sollte die Bevölkerung für die neuen Staaten gewonnen werden.

Im Mittelpunkt standen die neu geschaffenen Landtage. Die liberalen Abgeordneten versuchten von den Regierungen die Verwirklichung der Verfassung zu erreichen. Trotz einzelner Erfolge scheiterten sie aber vor allem an der Macht des Deutschen Bundes. Die Karlsbader Beschlüsse (1819) verlangten auch von den südwestdeutschen Mitgliedsstaaten Zensur und politische Unterdrückung.

Die wirtschaftlichen Probleme verschärften die Situation. Hungersnöte wie in den Jahren 1816/17 und 1846/47 erschütterten die Bevölkerung. Die Offenburger Forderungen vom 12. September 1847 zeigten die wachsende Unruhe.

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Aus unseren Ausstellungen und Projekten

Preiswerte Klassiker aus der Haft

Der Kerker zerrüttete Friedrich Gottlob Franckh seelisch. Der Stuttgarter Verleger und Buchhändler hatte zusammen mit anderen Verschwörern 1832/33 geplant, den württembergischen König zu stürzen und die Republik auszurufen. Geschäftlich entwickelte er in Untersuchungshaft auf dem Hohenasperg neue Ideen. Eine davon: Klassiker der Weltliteratur mit Illustrationen in einer preiswerten Volksausgabe. Für das Vorwort zum spanischen Anti-Ritter-Roman „Don Quixote“ konnte sogar Heinrich Heine gewonnen werden. Franckh starb nach mehrjähriger Haft und kurzer Freiheit schon 1845 im Alter von 43 Jahren in der Heilanstalt Winnental. Den Verlag Franckh-Kosmos gibt es noch heute.

Im Museum "Hohenasperg - Ein deutsches Gefängnis" ist Friedrich Gottlob Franckh eine Vitrine gewidmet.

Das Schweigen wird beendet – Louise Dittmar spricht öffentlich

An diesem Montag nahm das jahrhundertelange Schweigen ein Ende. In aller Öffentlichkeit sprach Louise Dittmar am 10. Mai 1847 im Mannheimer "Montags-Verein" über "vier Zeitfragen". Ihr Auftritt war eine Sensation für das Publikum. Dessen war sie sich selbst bewusst: "Zum ersten Mal spricht eine Frau sich öffentlich über das aus, was sie unter Gewissensfreiheit versteht."

Entschlossen nutzte die Publizistin und Philosophin das Mannheimer Forum für ein überzeugendes Plädoyer für die Gleichberechtigung von Frauen: "Nicht eher wird die Menschheit einer harmonischen Fortentwicklung fähig werden, nicht eher werden jene rohen Triebe sich läutern und edleren Empfindungen Raum geben, bis man allen Teilen der Gesellschaft das Recht gestattet, sich auszusprechen, bis man auf alle Forderungen hört, und alle gegen einander abwägt!"

Des Volkes Stimme im Gasthaus

900 Menschen waren am 12. September 1847 ins Offenburger Gasthaus Salmen gekommen. Mit einem lauten "Ja" stimmten sie den den 13 "Forderungen des Volkes" zu. Der Landtagsabgeordnete Friedrich Hecker hatte sie zuvor verlesen: darunter volle Presse-, Gewissens- und Lehrfreiheit, persönliche Freiheit, Bürgerbeteiligung an der Rechtsprechung, eine nationale Volksvertretung und die "Selbstregierung des Volkes" anstelle der Beamtenherrschaft.

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