- Sonderausstellung
Eingebunden – ausgegrenzt
Jüdisches Leben in Villingen um 1900
Datum
15.10.2026 –
09.01.2028
Standort
Franziskanermuseum
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Die jüdische Geschichte Villingens reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Eine erste Gemeinde wurde in der Pestzeit 1348/49 vernichtet. Ab den 1860er-Jahren setzte erneut ein Zuzug ein, begünstigt durch Gewerbefreiheit, Industrialisierung und den Bau der Schwarzwaldbahn. Viele jüdische Einwohner kamen aus Gailingen, dem Sitz des Bezirksrabbinats. Bis 1940 lassen sich in Villingen rund 350 jüdische Personen belegen. Am 22. Oktober 1940 wurden die verbliebenen Juden nach Gurs deportiert.
Die neue Themeneinheit in der Dauerausstellung „Stadtgeschichte bis heute“ des Franziskanermuseums trägt der Präsenz jüdischen Lebens in Villingen um die Jahrhundertwende Rechnung. Mit wenigen, aber aussagekräftigen Exponaten zeigt sie, wie jüdische Bürger am städtischen Leben teilhatten und als Schenker, Verkäufer oder Vermittler auch am Aufbau der Städtischen Altertümersammlung beteiligt waren. Zugleich macht sie sichtbar, wie brüchig diese Zugehörigkeit war. Die Ausstellungseinheit erzählt damit von Menschen, die eng in die Stadtgesellschaft eingebunden waren – und dennoch zunehmend ausgegrenzt wurden.
Franziskanermuseum
Rietgasse 2
78050 Villingen-Schwenningen