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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Sonderausstellung

Vertrauensfragen

Der Anfang der Demokratie im Südwesten 1918-1924

Große Landesausstellung vom 30. September 2018 bis zum 11. August 2019 im Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Politik benötigt Vertrauen - früher wie heute: 1918 war nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg das Vertrauen in den Staat völlig zerstört. Die Ausstellung "Vertrauensfragen" blickt darauf, wie aus der Revolution die erste Demokratie in Baden und Württemberg entstand, die um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger warb. Sie macht die Leistungen und Anstrengungen, die Hoffnungen und Träume, die Schwierigkeiten und Ängste der Frauen und Männer in dieser Zeitenwende sichtbar. Gleichzeitig will sie mit Interviews und Mitmacheinheiten zum Nachdenken und Diskutieren über die vielzitierte Vertrauenskrise der Demokratie heute anregen.

Die Schau berichtet von Frauenrechten und Erziehungsexperimenten, von Gewaltexzessen württembergischer Freiwilligenverbände und davon, wie eine Gewehrfabrik zum Kleinstwagenproduzenten wurde. Die Große Landesausstellung beleuchtet, wie das Vertrauen in politische Institutionen, in den Sozialstaat, in die neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung entstand und schwand, wer Misstrauen und Gewalt säte, wer Vertrauen fasste und wer enttäuscht wurde.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 10 - 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Schüler und Kinder sind frei. Öffentliche Führungen werden an Sonn- und Feiertagen um 15.30 Uhr angeboten. Der reich bebilderte Katalog kann bestellt werden per E-Mail (museumsshop(at)hdgbw.de), Telefon (0711.212.40.15) oder Fax (0711.212.39.79).

Die Ausstellung

Was schafft Vertrauen? Jedes von sechs Foren widmet sich mit historischen Ausstellungsstücken, Mitmachstationen und aktuellen Interviews jeweils einem für das Vertrauen zentralen Thema:

- Teilhabe
- Sicherheit
- Zusammenarbeit
- Vielfalt
- Zugehörigkeit
- Glaubwürdigkeit

Objekte

Mehr politische Teilhabe war eine Grundforderung der Revolution 1918/19. In der jungen Demokratie konnten erstmals auch Frauen wählen und gewählt werden (Foto: Plakat mit Wahlaufforderung an Frauen, 1918).
Sicherheit hatte für die Regierungen der Republik höchste Priorität. Doch Gewaltverbrechen von Freikorps erschütterten das Vertrauen vieler in den Staat (Foto einer willkürlichen Verhaftung im Album eines Freikorpsmitglieds).
Wer für gemeinsame Ziele mit anderen in Vereinen, Parteien oder Betriebsräten Verantwortung übernimmt und Kompromisse sucht, kann der Demokratie eher vertrauen (Foto: Zeichnung aus der Zeitschrift "Bosch-Zünder", 1920).
Zu Demokratie gehören Meinungsvielfalt und Minderheitenschutz. Der Zusammenbruch der alten Ordnung brachte neue Freiräume. Reformschulprojekte und alternative Lebensformen blühten auf (Foto: Puppe der Waldorfschule, 1925).
Justizreformer vertrauten auf die Besserungsfähigkeit der Menschen: Der Vollzug sollte die Wiedereingliederung der Straftäter in die Gesellschaft vorbereiten (Foto: Modell einer Reformzelle aus dem Zuchthaus Ludwigsburg, um 1928).
Glaubwürdigkeit ist eine Grundvoraussetzung für Vertrauen. Doch Hetze und Verleumdung, aber auch Versorgungskrisen und Hyperinflation erschütterten das Vertrauen in die Demokratie (Foto: Wahlplakat der DDP, 1924).

Mitmachstationen

Was bedeuten die Vertrauensfragen für uns heute? Jedes der sechs Ausstellungsforen bietet die Gelegenheit, sich in Mitmacheinheiten mit dieser Frage aktiv auseinanderzusetzen. So fragt eine digitale Abstimmung nach Meinungen, ob sich bei Wahlen etwas ändern sollte. Mit den Füßen können sich Besucherinnen und Besucher auf einer interaktiven Bodenprojektion in Sachen Sicherheit oder Freiheit positionieren. Und am Computer wird gezeigt, wie sich Fake News entlarven lassen und welche Nachrichtenquellen vertrauenswürdig sind.

In den Filminterviews der Ausstellung geht es um Fragen zu Grundbedingungen des Demokratievertrauens heute. (Fotonachweis: Haus der Geschichte)

Interviews

Gibt es eine Glaubwürdigkeitskrise? Sind Freiheit und Sicherheit Gegensätze? Was bedeutet Vielfalt? In Filminterviews sprechen Expertinnen und Experten aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft über Fragen zu den Grundbedingungen des Demokratievertrauens heute.

Medienecho