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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

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Der Nationalsozialismus

Der Nationalsozialismus in der Zeitleiste

Nach der Machtübergabe an Hitler setzte die neue nationalsozialistische Regierung auf brutalen Terror beim Herrschaftsaufbau. Erklärtes Ziel war die „NS-Volksgemeinschaft“. Wer ihr nicht angehörte und als „Volksschädling“ galt, wurde ausgegrenzt. Wer ihr angehörte, erlebte Überlegenheit und profitierte vom NS-Regime mit seinem Versprechen von Teilhabe, Gemeinschaft und Fürsorge. Widerstand leistete nur eine kleine Minderheit. Juden wurden unter tatkräftiger Beteiligung der „Volksgemeinschaft“ diskriminiert, entrechtet, verfolgt, beraubt und ermordet. Mit dem Überfall auf Polen 1939 entfesselte Hitler den Zweiten Weltkrieg. Millionen Menschen verloren bis zur Befreiung Deutschlands im Mai 1945 in den Konzentrations- und Arbeitslagern, an der Front, in den bombardierten Städten oder auf der Flucht ihr Leben.

Alle Epochen im Überblick

Aus unseren Ausstellungen und Projekten

"Hotel Silber" - Eine Ausstellung zu Polizei und Verfolgung

Im "Hotel Silber" berichteten bereits in der Weimarer Republik Polizeispitzel über Staatsfeinde und politische Störenfriede - und wen sie dafür hielten. Hier unterschrieben Gestapoleute Erlasse, die für Tausende von Menschen in Württemberg und Hohenzollern Überwachung, Verfolgung, Verschleppung und Tod bedeuteten. Hier arbeiteten nach der NS-Zeit ehemalige Verfolgte und Verfolger Tür an Tür zusammen.

Gebäude in der Stuttgarter Dorotheenstraße wurde mehr als ein halbes Jahrhundert lang von der Polizei genutzt und war Zentrale der Gestapo. In dem einstigen Ort des NS-Terrors entstand als Bürgerbeteiligungsprojekt ein Ort des historisch-politischen Lernens und der Begegnung. Die Ausstellung und Veranstaltungen beschäftigen sich mit Tätern und ihren Opfern, mit der Institution Polizei und ihrer Rolle in mehreren politischen Systemen, mit Kontinuitäten und Brüchen.

Der Mössinger Streik gegen Hitler

Nur ein kleiner Ort leistete Widerstand. Eigentlich wollte die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) die Machtübergabe an Adolf Hitler mit einem nationalen "Massenstreik" beantworten. Aber die "Massen" wollten nicht so recht mitmachen. Allein im 4.000 Einwohner großen Mössingen folgten fast 1.000 Arbeiterinnen und Arbeiter tatsächlich dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung. Ausgerechnet hier, weit weg vom roten Berlin, am Rand der Schwäbischen Alb.

Am 31. Januar 1933 versammelten sich 100 Menschen um 12 Uhr vor der Langgas Turnhalle. Mössingen war ein regionales Zentrum der Textilindustrie. Also zogen die Demonstrierenden von einer Textilfabrik zur nächsten. Bei der Rückkehr zur Turnhalle warteten 40 Reutlinger Schutzpolizisten mit Gummiknüppeln auf die Streikenden. Über 70 Teilnehmende wurden verurteilt.

Zum 80. Jahrestag brachte das Theater Lindenhof im Jahr 2013 die Geschichte des Streiks in einer alten Werkshalle der Textilfirma Pausa auf die Bühne. Rund 100 Laiendarsteller und 50 Musiker aus Mössingen und Umgebung erarbeiteten sich dafür das Stück von Franz Xaver Ott "Ein Dorf im Widerstand".

Attentat. Stauffenberg

Mehr als 75 Jahre nach dem Scheitern des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 polarisiert der Hitler-Attentäter Claus Graf Stauffenberg immer noch. Wer war dieser Mann? Was bewegte ihn dazu, sein Leben und die Existenz seiner Familie zu riskieren bei dem Versuch, Adolf Hitler zu töten und das NS-Regime zu stürzen?

Die Rolle Stauffenbergs am 20. Juli 1944 beleuchtet die Ausstellung ebenso wie die Maßnahmen, mit denen das NS-Regime nach dem missglückten Attentat seine Familie verfolgte. Im Haus der Geschichte sind Dokumente und einige der wenigen erhaltenen Originalobjekte aus dem Leben Stauffenbergs wie sein Cello und sein Ehrensäbel zu sehen. Eindrucksvolle Zeugnisse seiner Familie verdeutlichen, was die Sippenhaft für sie bedeutete. Filme, Zitate aus Sozialen Medien und Objekte zeigen, welche öffentliche Aufmerksamkeit dem Hitler-Attentäter immer noch zuteil wird.

Mehr Ausstellungen und Projekte mit Inhalten zur NS-Zeit

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