Pressemitteilung von 12.10.2026
Diskussion im Haus der Geschichte: Wie sehr gefährdet KI die Demokratie?
Stuttgart (hdgbw) – Künstliche Intelligenz (KI) stellt unsere Gesellschaft und den Staat vor neue, große Herausforderungen – weit über täuschend echte Deepfakes hinaus. Im Haus der Geschichte Baden-Württemberg beschäftigt sich das Podiumsgespräch „KI – Gefahr für die Demokratie?“ am Donnerstag, 22. Oktober 2026, um 19 Uhr damit, wie KI demokratische Prozesse, Sicherheit, Zusammenleben und soziale Teilhabe verändert. Der Papst etwa fordert eine „Entwaffnung der KI“. Es diskutieren Beate Bube (Präsidentin des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg), Fabian Jaskolla (Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart) und Dr. Florian K. Mayer (Geschäftsführer der Cyber Valley GmbH). Die Runde beleuchtet Risiken wie Chancen und spricht darüber, welche Regeln, Kompetenzen und institutionellen Antworten nötig sind, damit Demokratie und Rechtsstaat im KI-Zeitalter handlungsfähig bleiben. Es moderiert der Rundfunk-Journalist Mark Kleber.
Der Eintritt ist frei. Anmeldung: veranstaltungen@hdg.bwl.de. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart zur aktuellen Ausstellung „Echt jetzt?! Fotografien. Retusche. Deepfakes.“ im Haus der Geschichte.
KI durchdringt Abläufe in Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Wirtschaft und soll Entlastung bei Routineverfahren schaffen, den Fachkräftemangel abmildern oder auch etwa bei Polizeiarbeit helfen. Zugleich eröffnet sie neue Dimensionen, um sensible Systeme zu hacken. Das zeigt die wachsende Zahl KI-gestützter Cyberangriffe und hybrider Bedrohungen gegen Unternehmen und kritische Infrastruktur in Deutschland. Die Akteure müssen dabei nicht einmal mehr Menschen mit eigenen Zielen sein. Aktuelle Vorfälle wie der Hack der Plattform Hugging Face durch autonome KI-Agenten zeigen, dass sich digitale Angriffe verselbständigen und klassische Sicherheitsmechanismen umgehen können.
Doch schon ohne solche Angriffe beeinflusst KI demokratische Grundlagen: Sie prägt den Raum für politische Meinungsbildung und verschiebt Machtverhältnisse. Wer über Daten, Rechenleistung und zentrale Modelle verfügt, gewinnt an Einfluss. Auch Papst Leo XIV hat die Zeichen der Zeit erkannt und appelliert in der Enzyklika Magnifica Humanitas an die Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl.
Dazu kommt die Frage, wie wir gesellschaftlich mit Verunsicherung umgehen, die von den Umbrüchen durch KI ausgelöst wird, etwa in der Arbeitswelt. Dadurch entstehende Ängste und Vertrauensverlust wirken zurück auf Wahlentscheidungen.