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Dienstag bis Sonntag und
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Öffnungszeiten

Anfahrt und Kontakt
Haus der Geschichte
Baden-Württemberg
Konrad-Adenauer-Straße 16
D-70173 Stuttgart

besucherdienst@hdgbw.de
+49 711 212 3989

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Pressemitteilung von 14.11.2025

Radikale Wahlkämpfe im Fokus des Hauses der Geschichte

Stuttgart (hdgbw) – Aufrufe zum Umsturz, Hetzer im Landtag: Die Ausstellung „Wahlkampf radikal“ im Haus der Geschichte Baden-Württemberg zeigt, wie extreme Parteien und Kampagnen Wahlkämpfe im Land beeinflussten. Sie ist vom 16. November 2025 bis zum 12. April 2026 in der Baden-Württemberg-Lounge des Stuttgarter Museums zu sehen.

„Die Ausstellung fragt nach den Bedingungen für den Erfolg und den Misserfolg des politischen Radikalismus in baden-württembergischen Wahlkämpfen zwischen 1952 und 2001“, sagte Direktorin Dr. Cornelia Hecht-Zeiler beim Mediengespräch am 14. November.

„Wahlkampf radikal“ ist die zweite Ausstellung der neuen Reihe „Im Fokus“, ein räumlich und zeitlich pointiertes Format, um bestimmte Aspekte politisch-historischer Themen darzustellen und zu diskutieren. Die Schau macht deutlich, wie extreme Parteien Wahlkampf betrieben und was gemäßigte politische und gesellschaftliche Kräfte dem entgegensetzten.

Mit Wahlkampfzeitungen und Flugblättern rief die KPD zum Sturz des „Adenauer-Regimes“ auf. Die NPD knüpfte auf Plakaten an NS-Layouts an und leugnete offen die deutsche Schuld am Zweiten Weltkrieg. Die sogenannten „Republikaner“ verbreiteten rassistische Vorurteile und hatten auf praktisch jedes Problem vor allem eine Antwort: Begrenzung von Einwanderung und Abschiebungen.

„Die Ausstellung geht auch der Frage nach, wie die Strategien gegen den Extremismus aussahen und was sie bewirkten“, sagt Kurator Sebastian Dörfler. „Die etablierten Parteien hielten mal mit klarer Abgrenzung und Argumenten dagegen, mal übernahmen sie Themen der Extremisten.“ Auf den Straßen driftete engagierter Protest gegen die Radikalen teilweise selbst ins Radikale ab. Die schärfste rechtliche Maßnahme, das Parteiverbot, beendete die Existenz der KPD.

Für die Ausstellung haben Studierende der Hochschule der Medien eine Social-Media-Installation entwickelt. Sie erklärt, wie heute Parteien auf TikTok und Co. die Jüngeren mit kürzesten Clips überzeugen wollen.

Zur Eröffnung am Sonntag, 16. November, bietet das Haus der Geschichte kostenlose Führungen um 13.30 und 15.30 Uhr an. Um 14.30 Uhr stellen Projektbeteiligte der Hochschule der Medien in einem Gespräch ihre Social-Media-Installation in der Ausstellung vor. Eine Woche später, am 23. November, startet das Begleitprogramm in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung – um 11 Uhr beginnt der Talk „Wie tiktokt Wahlerfolg? Medienkampagnen im Wandel“ mit der Social-Media-Beraterin Nina Scavello und Kurator Sebastian Dörfler.

Der Eintritt in die Ausstellung „Wahlkampf radikal“ kostet 3 Euro oder ist im Ticket für die Dauerausstellung inbegriffen.