„Echt jetzt?!“ – Foto-Fakes und ihre Geschichte
Foto-Fakes sind keine Neuerung des digitalen Zeitalters. Seit der Erfindung der Fotografie werden Aufnahmen nachträglich bearbeitet. „Im Fokus: Echt jetzt?!“ zeigt im Haus der Geschichte Baden-Württemberg bis zu 120 Jahre alte Retuschen und schlägt die Brücke zu sogenannten Deepfakes, also heutigen Bildmanipulationen. Die Präsentation ist vom 19. Juni bis zum 4. Oktober 2026 in der BW-Lounge des Stuttgarter Museums zu sehen.
Die neue Im-Fokus-Ausstellung möchte den Blick auf aktuelle Deepfakes schärfen. Gleichzeitig kommen Spaß und aktuelle Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) nicht zu kurz: Wer möchte, kann sich von einem Computer live in eine ausgewählte Person verwandeln lassen und dabei erleben, was mit Deepfakes heute möglich ist. Und bei einem Merkspiel gilt es, neben Originalbildern und historischen Bearbeitungen auch KI-Ansichten zuzuordnen. Letztere erlauben vermeintlich einen Blick in baden-württembergische Städte vor rund hundert Jahren.
Doch am Anfang stand mühsames Handwerk: etwa das Kolorieren ganzer Motive oder das Einfügen dekorativer Personen. Der ehemalige Tübinger Verlag Gebrüder Metz hatte vor 120 Jahren Fotografien so verändert, dass idealisierte Ansichtskarten von Städten entstanden sind. Große Projektionen zeigen die Bearbeitungsschritte. Anhand von originalen Fotoabzügen und Ansichtskarten des ehemaligen Stuttgarter Verlages A. Weber & Co. werden Retuschen nachvollziehbar: Auf den Abzügen lassen sich Farbspuren erkennen, die den Entwicklungsschritt von der Fotografie zur Ansichtskarte verdeutlichen.
Die Präsentation „Echt jetzt?! Fotografien. Retusche. Deepfakes.“ ist die dritte Ausstellung der Reihe „Im Fokus“, ein räumlich und zeitlich pointiertes Format, um bestimmte Aspekte politisch-historischer Themen darzustellen und zu diskutieren. Der Eintritt in die Baden-Württemberg-Lounge des Hauses der Geschichte ist frei.