Diese Webseite nutzt Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies zur Optimierung des Informationsangebotes. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.

 /  / 

Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Das Museum

Pressemitteilungen 2019

Pressemitteilungen 2019

Veranstaltungsreihe zur Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“ beginnt

Pressemitteilung 8. Februar 2019

Stuttgart (hdgbw) – Unter dem Titel „Nachdenken über den Rechtsstaat“ startet am Dienstag, 12. Februar 2019, eine Veranstaltungsreihe zur Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“. Kuratorin Dr. Sabrina Müller führt an diesem Tag um 12 Uhr durch die neu eröffnete Dauerausstellung im Stuttgarter Landgericht. Weitere Kurzführungen folgen am Mittwoch, 13. Februar, 17 Uhr und am Donnerstag, 14. Februar, 12 Uhr. Pressesprecher Matthias Merz vom Oberlandesgericht bietet am Freitag, 22. Februar, und am Dienstag, 26. März, jeweils um 17 Uhr einen historischen Rundgang im Justizviertel an. Treffpunkt für diese Führungen ist im Foyer, 1. Stock des Landgerichts, Urbanstraße 20.

Am Dienstag, 26. Februar, und am Freitag, 5. April, jeweils um 17 Uhr gibt es den Stadtrundgang „Spurensuche zur Stuttgarter Justizgeschichte“ ebenfalls mit Matthias Merz. Treffpunkt ist am Marktbrunnen am Stuttgarter Marktplatz. Die Führungen sind alle kostenfrei.

Der erste Vortrag folgt am Donnerstag, 21. März, 18 Uhr. Prof. Dr. Klaus Marxen referiert über das Thema „Der Volksgerichtshof: Justiz als Terrorinstrument“ in Saal 2.10, Archivstraße 15 A/B, Stuttgart. Der Eintritt ist frei.
Die neue Veranstaltungsreihe will Fragestellungen der Ausstellung durch weiterführende Vorträge u. ä. aufgreifen und vertiefen. Dabei sollen nicht nur historische Teilaspekte und der Umgang mit der NS-Vergangenheit der Justiz Thema sein, sondern der Blick soll auch auf aktuelle Gefährdungen des Rechtsstaats gerichtet werden.

Die Ausstellung dokumentiert die nationalsozialistische Strafjustiz und die Radikalisierung der Urteilspraxis von 1933 bis 1945. Drei Stelen vor dem Landgericht erinnern an die 423 Menschen, die im Lichthof des alten Justizgebäudes umgebracht wurden. Kurzbiografien stellen die Richter und Staatsanwälte vor, die Todesurteile verantworteten und ab 1950 wieder im Justizdienst tätig waren. Ein Ausstellungsbereich dokumentiert die unzureichende strafrechtliche Verfolgung der NS-Justizjuristen. Den jüdischen Juristinnen und Juristen, die entrechtet, vertrieben und ermordet wurden, ist ein Erinnerungsort gewidmet. Weitere Informationen zur Ausstellung finden sich im Internet unter www.hdgbw.de/ausstellungen/ns-justiz/ .

Neues Gesprächsformat: Mitreden in der Weimar-Ausstellung

Pressemitteilung 4. Februar 2019

Stuttgart (hdgbw) – Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg startet zur Großen Landesausstellung „Vertrauensfragen. Der Anfang der Demokratie im Südwesten 1918-1924“ ein neues Veranstaltungsformat. Die Besucherinnen und Besucher können und sollen nicht nur zuschauen, sondern auch mitreden: Monatlich bieten die Kuratoren ein Gesprächsforum zu einem der Ausstellungsthemen an. Am Donnerstag, 14. Februar, um 18 Uhr geht es um Teilhabe. Christopher Dowe diskutiert mit den Teilnehmenden aus historischer und heutiger Sicht über Fragen wie: Kann ich der Demokratie vertrauen? Oder: Was ist mit dem Rechtsstaat und Menschenrechten? Die Teilnahme kostet fünf Euro (inkl. Eintritt).

Die weiteren Termine und Themen:
7. März 2019, 18 Uhr: Forum Sicherheit
4. April 2019, 18 Uhr: Forum Zusammenarbeit
9. Mai 2019, 18 Uhr: Forum Vielfalt
27. Juni 2019, 18 Uhr: Forum Glaubwürdigkeit
1. August 2019, 18 Uhr: Forum Zugehörigkeit

Familienführung zu Verkleidungen im Haus der Geschichte

Pressemitteilung 29. Januar 2019

Stuttgart (hdgbw) – Um „Verkleidungen und Tarnkleidung“ geht es bei der Familienführung am Sonntag, 3. Februar 2019, um 14.30 Uhr im Haus der Geschichte Baden-Württemberg: Was verbirgt sich hinter dem über 120 Jahre alten Narrenhäs? Wie wird ein Hut zum Geheimzeichen? Und was verraten Uniformen über Menschen und Nationen? Kinder, Eltern und Großeltern entdecken dabei die spannenden Geschichten hinter Bollenhut & Co. Treffpunkt ist im Foyer des Hauses der Geschichte. Die Führung kostet 5 € für Erwachsene und 1 € für Kinder (inkl. Museumseintritt).

Stuttgarter Justiz erinnert an NS-Unrecht

Pressemitteilung 28. Januar 2019

Stuttgart (hdgbw) – Die Stuttgarter Justiz erinnert mit einer Dauerausstellung an das in der NS-Zeit begangene Unrecht. Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg hat in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Oberlandesgericht und dem Landgericht Stuttgart das Projekt konzipiert und realisiert. Die Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“ kann vom 30. Januar 2019 an besucht werden. Sie umfasst eine Dokumentation im 1. Obergeschoss des Landgerichts sowie Stelen auf dem Vorplatz an der Urbanstraße 20. Die Stelen sind den 423 Menschen gewidmet, die von 1933 bis 1944 im nördlichen Lichthof des alten Justizgebäudes hingerichtet wurden. 

„Die Ausstellung dient dem Gedenken an die Vergangenheit und mahnt, die Grundwerte des freiheitlichen Rechtsstaats in der Gegenwart zu schützen und zu verteidigen“, sagte die Präsidentin des Oberlandesgerichts Stuttgart, Cornelia Horz, beim Eröffnungspressegespräch am 28. Januar im Stuttgarter Landgericht. „Nicht nur sorgfältige und fachlich professionelle Rechtsanwendung, sondern vor allem auch Charakter und Gewissen der Richter kennzeichnen eine gute Justiz.“ 

„Es ist gut, dass wir diese Ausstellung mitten in den Räumlichkeiten unseres Gerichts haben“, betonte der Präsident des Landgerichts Stuttgart, Dr. Andreas Singer. „Gerade uns Richterinnen und Richtern muss sie der Stachel im Fleisch sein. Die NS-Justiz war die Perversion eines Rechtsstaats. Der Volksgerichtshof und die Sondergerichte waren zentrale Terrorinstrumente. Ein solches Versagen der Dritten Gewalt darf sich niemals wiederholen.“ 

„Das Gericht wird zum Erinnerungs- und Ausstellungsort“, sagte Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger, die Direktorin des Hauses der Geschichte. „Die Stelen tragen die Namen aller Hingerichteten, die bislang bekannt sind. Die Ausstellung veranschaulicht mit Fotografien und Dokumenten mehrere ihrer Schicksale.“ Die Ausstellungen im Landgericht, im ehemaligen Gestapo-Hauptquartier „Hotel Silber“ und in der Stauffenberg-Erinnerungsstätte bildeten nun „ein Band der Erinnerung an die NS-Zeit in der Stuttgarter Innenstadt“. 

Ausstellungskuratorin Dr. Sabrina Müller vom Haus der Geschichte wies auf den Ermessensspielraum und die individuelle Verantwortung hin, die Richter und Staatsanwälte in der NS-Zeit hatten: „Das Sondergericht Stuttgart fällte auch ohne Druck des Reichsjustizministeriums Todesurteile wegen Bagatelldelikten.“ 

Die Ausstellung dokumentiert die nationalsozialistische Strafjustiz. Diese zielte zunächst auf die Ausschaltung politischer Gegner und die Unterdrückung einer kritischen Öffentlichkeit. Während des Zweiten Weltkriegs verhängte das Sondergericht Stuttgart dann 60 Prozent der Todesstrafen in Prozessen wegen Eigentums- und Wirtschaftsdelikten. Für ein Todesurteil des Volksgerichtshofs reichte die Kritik an der nationalsozialistischen Kriegführung aus. 

Die Dokumentation beleuchtet die Biografien der Richter und Staatsanwälte beim Sondergericht und bei den Strafsenaten des Oberlandesgerichts, die an Todesstrafen mitwirkten. Die meisten von ihnen waren von 1950 an wieder in der Justiz tätig. Ein weiterer Ausstellungsbereich erinnert an 73 jüdische Juristen und Juristinnen aus dem Landgerichtsbezirk Stuttgart, die in der NS-Zeit entrechtet, ermordet oder in die Emigration gezwungen wurden. 

Der Katalog zur Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“ ist an der Pforte des Landgerichts sowie im Museumsshop erhältlich und bestellbar per E-Mail unter museumsshop@hdgbw.de. Unter dem Titel „Nachdenken über den Rechtsstaat“ ist ein Begleitprogramm der Kooperationspartner mit Führungen, Vorträgen, Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen u.a mit Generalstaatsanwalt Achim Brauneisen geplant. 

Informationen zur Ausstellung finden sich im Internet unter www.hdgbw.de/ausstellungen/projekte/

NS-Justiz in Stuttgart
Dauerausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg im
Landgericht Stuttgart, Urbanstraße 20, 70182 Stuttgart, Vorplatz und 1. Obergeschoss
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung für Führungen: besucherdienst@hdgbw.de, Tel. 0711/212-3989
Ausstellungkatalog: 228 Seiten, 200 Abbildungen, 20 Euro (museumsshop@hdgbw.de) 

Öffentliche Führungen
Kurzführungen (ca. 30 Minuten) der Ausstellungskuratorin Dr. Sabrina Müller:
Dienstag, 12. Februar, 12.00 Uhr
Mittwoch 13. Februar, 17.00 Uhr
Donnerstag 14. Februar, 12.00 Uhr
(Treffpunkt: Foyer 1. Stock des Landgerichts)

Historischer Rundgang im Justizviertel (ca. 90 Minuten) mit Matthias Merz, Oberlandesgericht:
Freitag, 22. Februar, 17.00 Uhr
Dienstag, 26. März, 17.00 Uhr
(Treffpunkt: Foyer 1. Stock des Landgerichts)

„Spurensuche zur Stuttgarter Justizgeschichte“ (vom Marktplatz ins Justizviertel) mit Matthias Merz:
Dienstag, 26. Februar, 17.00 Uhr
Freitag, 5. April, 17.00 Uhr
(Treffpunkt: Marktbrunnen, Marktplatz Stuttgart)

Führungen und eine Veranstaltung am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Pressemitteilung 21. Januar 2019

Stuttgart (hdgbw) – Der Gedenktag am Sonntag, 27. Januar 2019, erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus. Zu diesem Anlass werden im Haus der Geschichte Baden-Württemberg und im „Hotel Silber“ mehrere Führungen und eine Veranstaltung angeboten.

Um 11 Uhr setzt sich im Haus der Geschichte eine Themenführung mit der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik auseinander. Sie blickt auch auf den Antisemitismus in der Zeit des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik. Treffpunkt ist im Foyer. Sie kostet 5 € inkl. Eintritt.

Um 15 Uhr folgt im „Hotel Silber“ eine Führung durch die Dauerausstellung mit Ausstellungskurator Friedemann Rincke und Ralf Bogen von der AG Vielfalt der Initiative Hotel Silber. Sie beschäftigt sich mit der Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus. Danach gibt es um 16 Uhr eine Führung durch die Sonderausstellung „Und trotzdem... – Lesben im Nationalsozialismus“ mit Janka Kluge (VVN Baden-Württemberg). Treffpunkt ist jeweils an der Besucherinformation im „Hotel Silber“. Die beiden Führungen kosten zusammen 4 €.

Den Abschluss bildet um 17.30 Uhr im Foyer des „Hotel Silber“ eine Performance mit dem Titel „Wider das Vergessen“. Schülerinnen und Schüler der Altenburgschule beschäftigen sich mit zwei Fragen: Wie kann es gelingen, Gedenken mit Leben zu füllen? Wie lässt sich vermeiden, dass Gedenken zu leeren Ritualen wird? Über ein ganzes Schuljahr hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich auf der Bühne des Theaterhauses Stuttgart auszuprobieren und gemeinsam mit einem Theaterpädagogen und einem Tanzpädagogen des Theaterhauses ein eigenes Stück zu entwickeln. Der Eintritt für das StolperKunst-Projekt ist frei.

Die Führungen und die Veranstaltung im „Hotel Silber“ sind Kooperationen des Hauses der Geschichte mit dem Theaterhaus Stuttgart, der Altenburgschule Stuttgart, der Initiative „Hotel Silber“, der Stolperstein-Initiative Stuttgart, dem Stadtjugendring Stuttgart, der IG CSD Stuttgart, der Weissenburg und weiteren LSBTTIQ-Vereinen.

Keine Revolution ohne Gewalt - Vortrag im Haus der Geschichte

Pressemitteilung 14. Januar 2019

Stuttgart (hdgbw) – Der Tübinger Historiker Prof. Dr. Dieter Langewiesche zählt zu den führenden Experten für die Geschichte des Liberalismus und Nationalismus in Deutschland. In seinem Vortrag am Donnerstag, 24. Januar 2019, um 19 Uhr im Haus der Geschichte Baden-Württemberg beschäftigt er sich mit der Frage: Ist die deutsche Revolution stecken geblieben, weil die sozialdemokratischen Revolutionäre zu viel Vertrauen in den Reformwillen der Nationalversammlung gesetzt haben? Er erörtert diese vieldiskutierte Frage in zwei Richtungen: Welche Handlungsspielräume sahen die Akteure? Welche Einsichten bietet die europäische Revolutionsgeschichte für die Wechselwirkung zwischen Reformintensität und politischer Gewalt? Die Veranstaltung bildet den Auftakt der gemeinsamen Vortragsreihe mit dem Schwäbischen Heimatbund. Der Eintritt ist frei. Um eine Anmeldung unter veranstaltungen@hdgbw.de oder 0711 212 3989 wird gebeten.

Führung über Vertrauen und Gesellschaftskritik im Haus der Geschichte und in der Staatsgalerie

Pressemitteilung 2. Januar 2019

Stuttgart (hdgbw) - Der "Streichholzverkäufer" von Otto Dix ist eine Ikone der kritischen künstlerischen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in der Weimarer Republik: Die Dialog-Führung zu Werken von Malern und Graphikern in der Staatsgalerie und in der Sonderausstellung "Vertrauensfragen" widmet sich am Donnerstag, 17. Januar 2019, um 18 Uhr, den Aufbrüchen, Gefährdungen und schwierigen Kontinuitäten der ersten deutschen Demokratie. Es führen Steffen Egle und Dr. Caroline Gritschke.Treffpunkt ist im Foyer des Hauses der Geschichte. Die Führung kostet 11 € (inkl. Eintritt). Eine Anmeldung ist erforderlich unter veranstaltungen@hdgbw.de oder 0711 212 3989.