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Haus der Geschichte Baden-Württemberg

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Medienreaktionen

Aktuelle Pressemitteilung

Ausstellung „Gier“ im Haus der Geschichte: Todsünde und Treibstoff

Pressemitteilung 11. März 2021

Stuttgart (hdgbw) – Sie gilt als Todsünde und steht für Maßlosigkeit, aber ohne sie sind Fortschritt und Wachstum kaum möglich: die Gier. Von habsüchtigen Fürsten bis zur konsumfreudigen Shopping Queen präsentiert das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in einer außergewöhnlich inszenierten Ausstellung Gier-Geschichten aus drei Jahrhunderten. „Gier. Was uns bewegt“ ist bis zum 19. September 2021 zu sehen. Die Schau ist der Auftakt einer zweijährigen Emotionen-Trilogie. Es folgen „Hass“ und „Liebe“.

„Gefühle haben eine Geschichte und machen Geschichte“, sagt die Direktorin des Hauses der Geschichte, Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger. „Gier, Hass und Liebe sind wesentliche Antriebskräfte des menschlichen Handelns und Schlüssel-Emotionen. Gerade im heutigen politischen und gesellschaftlichen Leben zeigt sich, wie wichtig Emotionen im Unterschied zu vernunftgestützten Argumenten sind.“ Die Ausstellungstrilogie ist eine Premiere in dem Stuttgarter Museum. „Der Ausstellungsraum wird sich der jeweiligen Emotion anpassen“, so die Direktorin. „Gleichzeitig gehen die drei Teile thematisch ineinander über und sind konzeptionell, gestalterisch und medial eine Einheit.“

„Wir führen die Besucherinnen und Besucher in ein Dickicht der Emotionen“, beschreibt Ausstellungsleiter Dr. Rainer Schimpf die Gier-Schau: gestalterisch – mit 1,8 Kilometer Goldbändern – ebenso wie inhaltlich. „Menschen können nach vielem gierig sein: nach Geld, Erfolg, Macht, Wissen oder Anerkennung. Doch wie beurteile ich selbst welche Form der Gier? Und aus welchem Blickwinkel? Das fällt in manchen Fällen sicher leicht, in anderen aber gar nicht.“

„Wie zweischneidig etwa Wissbegier ist, zeigt die Geschichte des Chemikers Fritz Haber“, so Paula Lutum-Lenger. Seine Forschungen ermöglichten die Produktion von Düngemitteln – aber auch die Herstellung von Giftgas während des Ersten Weltkriegs. In der Ausstellung ist seine Nobelpreisurkunde zu sehen. Im Sport wiederum ist Gier unverzichtbar für Erfolg. Sie sorgt aber auch für den Drang nach Leistungssteigerung um jeden Preis, wie eine Dopingspritze aus einem Freiburger Labor symbolisiert.

Hemmungslose Gier offenbart sich in exzessiven Finanzspekulationen. Sie wird aber auch anhand von Bildern aus dem Jahr 1940 deutlich: In Lörrach herrschte Massenandrang, als das Hab und Gut deportierter jüdischer Bürgerinnen und Bürger versteigert wurde.

Kriminelle Energie weckte die Gier im Skandal um die gefälschten „Hitler-Tagebücher“ 1983, von denen eines ausgestellt ist. Im Flowtex-Betrug um angebliche Horizontalbohrmaschinen ging es um noch mehr Millionen. Andere der mehr als 30 Gier-Geschichten in der Schau handeln von kolonialer Ausbeutung, einem goldenen Brustimplantat, einer Datenkrake, einer exklusiven Turnschuhsammlung oder einer gestressten Influencerin.

Ihre eigenen Gier-Geschichten bringen Künstlerinnen und Künstler, Hochschulen und Amateurensembles beim Projekt „eMotions“ mit Installationen, Videos und Darbietungen ein. Sie arbeiten gemeinsam mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zur Trilogie „Gier. Hass. Liebe“. Das Projekt wird gefördert durch das Sonderprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Der Besuch im Haus der Geschichte Baden-Württemberg und in der „Gier“-Ausstellung ist ab dem 16. März 2021 nach Terminvereinbarung möglich (Besucherdienst: Tel. 0711.212.3989, E-Mail besucherdienst@hdgbw.de). Außerdem können Museumsgespräche mit Geschichtsvermittlerinnen und -vermittlern gebucht werden. Termine für den Museumsbesuch und die Gespräche dürfen höchstens für bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten vergeben werden.

Ein spezielles digitales Eröffnungsangebot mit Videos zur Ausstellung und zur Inszenierung ist auf www.gierhassliebe.de abrufbar. Das Begleitprogramm ist online bereits gestartet und wird digital und analog fortgesetzt. Es vertieft und erweitert die Themen der Ausstellung und greift die unterschiedlichsten Aspekte von Gier auf: etwa Schönheitsoperationen, Literatur und Popmusik, Influencer-Alltag, koloniale Symbole, seltene Sneaker und rassistischer Raub.

Informationen zur Ausstellung, zu den digitalen Angeboten und zum Programm finden sich im Internet unter www.gierhassliebe.de